Gherkin

✍️DIE BROTLOSE KUNST✍️





Einst sprach der Vater mit ernstem Gesicht:
(es waren die späten 1960er Jahre)
„Dein Berufswunsch, der gefällt mir nicht!
Schrecklich, was ich da von dir erfahre!

Ein Schriftsteller willst du also werden?
Mein Junge, das wird recht böse enden!
Denn erfolgreich ist nur der auf Erden,
der etwas erschafft, mit seinen Händen!

Nun werde Bäcker, Maurer oder Maler,
dann kannst du stolz aufs Tagwerk sein!
Und als braver deutscher Steuer-Zahler,
legst du, auch für mich, stets Ehre ein!“

So spricht der Vater, streng und mahnend -
und blickt so düster auf den jungen Spross!
Dort steht sein Sohn, so keck und zahnend,
will nimmer runter von des Dichters Ross!

„Fuchtelst, sprichst mit deinen Händen laut,
(wie kann man denn nur Autor werden wollen?)
die Zukunft ist dir heute schon verbaut...
Dir will ich bis zum Sterbebette grollen!

Diese ähem „Kunst“ ist brotlos, Sohn!
(In der Tasche ballt der Sohn die Faust;
denkt: Greislein, was weißt du denn schon?)
Vor deiner Zukunft es mich gruselt, graust!“

Und Vatern wendet sich flott ab
(er will der Gattin rasch berichten),
ruft: „Damit bringst du mich ins Grab!“
Nur Muttern kann vielleicht noch schlichten...

Die Quintessenz des ganzen Dramas?
Schon 50 Jahre währt der Zwist!
Bespucken sich im Zorn wie Lamas!
Doch keine Toten - dank Mutters List!

Ja, Autor ist der Sohnemann geworden,
dies hat er nun wirklich durchgesetzt -
Wollt´ den Vater tausendfach ermorden,
so heftig hatte der ihn einst verletzt...

Dank der Besänftigung der Mutter
ist denn nichts weiter hier passiert.
Heut´ scheint fast alles fein in Butter,
wenn man die Story resümiert...

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