Karl-Konrad Knooshood

Brotreiche Kunst (Epigonen)

Brotlose Kunst (Epigonen)

 

 

Hallöchen Muse,

alte Braut,

alte Freundin, abgeflaut,

mit dir gewinn ich keinen Blumentopf,

mir kommt einfach ganz schlicht nichts,

null (Idee) in 'n Kopf!,

Und mir fällt nix ein, kein Thema,

über das ich gern was aufschrieb,

Hirnabrieb!,

 

Bleibt nur der Weg…des Coverns,

da muss ich mich nicht strapazieren,

muss grauen Zellen nicht malträtieren,

der Segen eines Andren, fremden Werks,

hilft mir über den gröbsten Einfalt-Berg,

kann trotzdem kräftig abkassieren,

mit Nachmachen, lustig Imitieren,

 

Das ist die Magie – des Vers-Klaus,

Damit sahn ich jetzt richtig ab,

werd' schweinereich sein – bis zum Grab,

die jungen Leute finden 's geil und schick,

dazu sei empfohlen alter Trick:,

Je älter, je länger ist's her, desto mehr – macht's her,

spektakulär!,

 

Das ist der Esprit – des Song-Klaus,

Nimmste ausse Sechzigér,

bedienste dich bei begabten, feschen Herrn,

mit dem Knüller räum ich alle (Musik-)Preise ab,

wie JACKO* mit "Thriller", da biste platt,

meine Plattensammlung ist so umfangreich,

da find ich noch was für den nächsten Streich,

denn meine Inspiration, welch Hohn,

sie ist seit Jahren tot,

Schock-Schwerenot,

Bin ziemlich dumpf – im Schädel,

doch all die Mädels krieg ich rum,

all die Groupies – und warum?,

 

Nun, dann, dass ich jetzt Rockstar bin,

und meine Barschaft ziemlich stimmt,

und mit fremden Federn kleidet es sich formidabel,

sehr spendabel,

ist jener Trick – des Coverns,

(nenn es doch schöner: Neuinterpretation…)





*MICHAEL JACKSON, von Einigen auch spitznamig "Jacko" genannt; sein Album "Thriller" (1982) ist nach wie vor das kommerziell erfolgreichste Musikalbum ALLER ZEITEN. 
Ich besitze es übrigens auch, selbstverständlich. Es wird übrigens im dicken Wälzer "Musik - 1001 Alben, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist" empfohlen. Ich liebe solche Bücher! 

Immer schon eine umstrittene Sache bei mir: Finde
ich nun Neuinterpretationen (vor allen Dingen in
der Musik), Neuverfilmungen (Remakes) gut und nötig
oder lehne ich sie ab. Es gab immer schon viele
sog. "Coverversionen", gerade in meinem
Lieblingslebensbereich, der Musik, und viele davon
waren auch eine Zeitlang gut. Viele auch nicht, um
ehrlich zu sein. Selten besser als das Original
("Mad World" von Gary Jules feat. Michael Andrews
arbeitet die melancholische Energie des Songs
heraus, die Tears For Fears im Original nicht
hatten, da es ein typisches 80er-Tanzbarkeitslied
war), oftmals eine Beleidigung für alte Ohren wie
die meinigen. Zu der Zeit, als nach fast 50 Jahren
eine Coverversion eines meiner liebsten 60er-
Lieder, "The Sound Of Silence", Original von Simon
& Garfunkel, erschien, interpretiert als leichte
Pianoballade, ausgerechnet von einer Metal-Band
namens DISTURBED (welch Name!), war ich tief
gespalten: Finde ich diese Neuinterpretation gut?
Sie war ja intensiv und emotional gesungen, teils
mehr geschrien, aber melodisch gebrüllt. Ich
entschied mich, der neuen Fassung Tribut zu zollen
und meinen Frieden mit solchen Dingen zu schließen.
Also buk ich lyrisch diese Neuversion (neuer Text
zu bekannter Melodie) des besagten Liedes, ganz im
Stile vieler Epigonen (wenn man genau liest,
bemerkt man ansatzweise die Melodiestruktur des
Songs), klagte dabei klassisch die Ideenlosigkeit
vieler Neuinterpreten und der oftmals hinter ihnen
stehenden Major-Labels der Musikindustrie an, die
dann zu einem Schritt drängen, nach dem Motto:
"Nimm dieses uralte Lied, damit hatte schon jemand
großen Erfolg, dann haste auch Erfolg". Momentan
werden bevorzugt die schöneren Lieder aus meiner
Jugendzeit (den späten 80ern und 90ern) gecovert,
was längst nicht immer eine Freude ist, ganz im
Gegenteil.

Es soll also um Ideenlosigkeit gehen, eventuell
diese Blockade, die jeder Schreibende mal in sich
spürt, kombiniert mit Rock- und Popmusikern, die
sich (oder denen die Plattenfirmen) große Gewinne
und viele Groupies und Bewunderer und somit hohe
sexuelle Energie versprechen.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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