Karl-Konrad Knooshood

Typische Restaurantszene, rein fiktionale Story

Ich glaube, bin mir fast sicher, vage ist's in meiner potenziellen Erinnerung, vielleicht kann's auch ein Anderer gelesen und mir dann davon berichtet haben, kann sein, ich habe es in einem Film gesehen, in einem Buch gelesen – oder auf YOUTUBE; eventuell war's eins meiner eigenen Audio-Videos – oder ich hab's geträumt und später auf einem ALDI-Einkaufszettel notiert, um es später einzuscannen, als PDF zu speichern und auf meinem Blog hochzuladen oder so, mag sein, es war vielleicht in meiner Imagination, um es später mit meiner Band Nassasack einzuspielen und als MP3-Download, aber auch gern als Maxi-CD, oder (neuerdings erfreulicherweise wieder) Single-Schallplatte (Mini-LP, EP, was auch immer) zur käuflichen Verfügung zwecks Ohrenvergnügung zu stellen.

 

Nun denn: "Es lief so ab…" – wie MONK sagen würde (Original: "Here/this is, what happened…")

 

Ich kam in ein Restaurant,

ich sah ein freies Tischchen dort,

ich merkte: Das wird ein komfortabler,

und somit für mich akzeptabler,

ruhiger, schöner, angenehmer Ort,

 

Ich war klein, ein armes Schwein,

irgend so ein einfacher Clochard,

ein Kretin jedoch gewisslich kein,

mir war Bescheidenheit gewahr,

wollt' ja nur mein kleines Fresschen kriegen,

und friedlich meine Zeche zahlen,

es ist ein mäßig mähliches Vergnügen,

in den Mammutmühlen, die groß mahlen,

 

Bin nur ein einfaches Rädchen,

ein winzig' Wicht im Globalgetriebe,

wie die Meisten, so (auch) mein Mädchen,

mit moderater Eigen-, Quäntchen Heimatliebe,

Man kocht sein Süppchen, ein paar Freunde,

als Teil des Ganzen unbedeutend,

wie emsige Arbeitsameisen in Uniformgemeinde,

von Polit-/Ökonom-Eliten für deren Wohl ausgebeutet,

 

Wie gesagt: Ich sah, orderte, aß,

es ist ein gemächliches Stück Minileben,

fast jeder Tag ein Mittelmaß,

mit dem kann ich mich zufrieden geben,

 

Doch dann kamen krude, rüde Gestalten,

ein paar in Schlips und Nadelstreifen,

andere in T-Shirts, rustikal, sehr wild gehalten,

um sich ein großes Bratenstück zu greifen,

sich auf Küchenkosten zu delektieren,

an Massen erlesener Speisen,

und 's schien, als ob sie detektieren,

welche sind von höchsten Preisen,

 

Und sie fraßen sich satt und satter,

gierig wie Horden von Bären oder Haien,

lauernd auf mich wie 'ne Nachtbaumnatter,

als sollt' ich sie für was beleihen,

Unwillkürlich dachte ich fiebernd:,

"Was wollen die von mir, was starren sie?",

so allmählich war ich der Sache über,

und ich versank in Apathie,

 

Doch plötzlich, doch jäh…,

 

Auf einmal erhoben sie sich,

gingen auf mich zu, in drohender Pose,

aufplusternd nun richtete mich,

zog zurecht meine Blaujeanshose,

Kackdreist mich packte am Kragen,

einer der Nadelstreifenfreaks,

um mir kurz darauf zu sagen:,

"Du kleiner Kerl, auf die Fresse kriegst…,

Wenn Du nicht alles, unsre Rechnung blechst,

denn es ist deine Pflicht, die Zeche zu latzen,

sonst bist du "Rassist", "Nazi" und "rechts",

quasi Wiedergänger alter Nazi-Fratzen!,

Du zahlst, nicht nur für dich,

sondern für uns und unsre Gäste mit,

das ist nur fair, recht und billig,

so sind wir am Ende quitt!",

 

Erzürnt erwiderte entsetzt ihm ich:,

"Guter Mann, das kann an ja nicht gehen,

Ihre Zeche zahl ich gewiss nicht!,

Denn das ist nicht einzusehen!,

Jeder zahlt nur das, was er bestellt,

und ich hatt nichts von teuren Speisen,

welche nicht zu meinem Schmause in diesem edlen Hause zähl!,

Ich verzieh mich jetzt ganz still und leise!",

 

Das freilich ließ er so nicht gelten,

"Die Speisekarte ist verbindlich!,

Weil du und Deinesgleichen somit ALLE Speisen wählten!,

Nun halt 's Maul, zahl' – und sei nicht so empfindlich!",

 

Wacker musste ich ihm noch erwidern:,

"Nein, werter Herr, ich kaufte nicht das Lokal,

mit all seinen Speisen und dem Personal/den Mitgliedern,

drum lecken Sie mich höflichst anal,

und lassen Sie mich los und ziehen,

da ich mir dies Betragen ergebenst verbitte!",

Im aufbrausenden Zornesglühen,

nahmen mich die "Gentlemen" in ihre Mitte,

 

Sie haben mich weggeschleppt, fast weggetragen,

der Prozeß war Willkürexempel ohne Gnade,

fair war da gar nichts, mir ging's an den Kragen,

eine Strafe noch als Ungehorsams Dreingabe:,

Eingesperrt – und das für Jahre,

schließlich war ich "voller Hassgefühle",

hinter Gittern lieg ich, verschlossen wie (zu) heiße Ware,

- draußen gibt es Brot und Spiele…






(03.04.2019)

Um es Ron-Serling-artig (Twilight Zone) zu sagen:
"Nur eine Geschichte, nur eine Möglichkeit, reine
Fiktion". Gleichnisse, die man sich so erzählt, die
man mal hört, mit eigenen Worten aufgeschrieben,
wahrscheinlich so ähnlich irgendwo passiert - oder
auch nicht. Dennoch natürlich lustig und mit einem
ernsten Ende. So wie Gedicht-Geschichten sein
müssen.

Das ß beim Wort "Prozess" ist absichtlich so
gewählt, denn beim "Prozeß" wusste der Protagonist
auch noch nicht so ganz, wie ihm geschah. Das Ende
ist bekannt und klar.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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