Karl-Konrad Knooshood

Anno Domini 2029 (Das falsche Gen (ital.)


Ich war hochdekoriert,

hatte ausgiebig, akribisch studiert,

Bachelor, Master, schließlich promiviert,

hochgebildet, topqualifiziert,

mit Referenzen, die glänzen,

keine Fehltage, kein FfF-(Schule-)Schwänzen,

und Dutzende Praktika säumten,

meinen langen, mühseligen Pfad,

- ein Mensch, der alle Trümpfe in Händen hat,

von denen selbst viele der Schlausten zaghaft träumten,

 

Es war bedeutungslos, egal,

denn ich war nie in engerer Wahl,

denn ein Manko hab ich nun einmal:,

Ich wurde geboren mit dem falschen Genital!,

Mein Schwanz, mein Phallus,

wurde zum Falsus,

da man eine eitle Frauen-Pfauen-Pfote,

lieber wollte, brauchte für die Quote!,

 

(Es geht nicht mehr ums Können, um die Qualifikation für einen Job, sondern darum, ob du Frau, Migrant*in, jung/dynamisch etc. bist, kein "alter weißer Mann", EGAL, wie qualifiziert er ist)

 

Ich war in meinen besten Jahren,

manchen Umweg doch gefahren,

fleißig, emsig, arbeitsam,

folgsam jede Arbeit, für nichts zu schade,

umgänglich, zurückhaltend handzahm,

ehrliche Haut in jeder Lage,

und dachte mir: Mit dem Gebaren,

Menschen immer vom Erfolg gesegnet waren,

man findet 'nen Job, so man denn will,

verrichtet sein Pflichtwerk stoisch still,

 

Doch selbst für die Maloche, Plackerei,

war ich auf einmal nicht mehr frei,

da man jetzt so "bunt" und "divers" sei,

man suche nicht mehr so doofe Autochthone,

die fleißig sind, Mindestlohn wollen,

Ich sei so bleich wie Mascarpone,

die Stellen nur an die, die noch nicht solange da,

drauf stand ich vor dem Aus, ganz ohne,

Nun, ich hatte wohl den falschen Teint,

meine Herkunft, Hautfarbe war's Problem,

denn Deutsche seien generell: rechtsextrem,

 

(Es geht also nicht mehr um Befähigung und Eignung für einen Job, um Fleiß und Arbeitsethos, sondern darum, sich möglichst "bunt" und "divers" zu präsentieren, indem man teils ungeeignete, teils schlecht ausgebildete Migranten aus Mahgreb-Staaten [ohne diese Menschen anhand ihres Menschseins beurteilen zu wollen] bevorzugt – oder aus Osteuropa, vor allem, da man dann die Löhne drücken kann, da insbesondere letztere Menschen für sehr viel weniger Lohn zu arbeiten bereit sind, Konkurrenzdruck entsteht damit, ungewollt, man bringt die Autochthonen dann auch gegen sich und die Neuhinzugezogenen auf, was verheerende Folgen haben kann)

 

Es war 'ne gutbezahlte Stellung,

bei 'nem Arbeitgeber hohen Renommees,

laut gemeinhin kolportierter Erzählung,

war's Klima in der Firma Glückes Klischees,

Auf all das Klatschen und Gerüchteschnattern,

wollt' ich unbedingt den Job ergattern,

und ich schrieb ein Anschreiben sprachlicher Raffinesse,

mit pfiffig bekundetem Interesse,

dazu 'nen Lebenslauf, in dem stand drin,

was ich war und dass ich römisch-katholisch bin,

- damit war die Chance dahin,

denn für des Unternehmens Zugewinn,

gibt’s nur von 'nem Moslem-Mannequin,

- und ich bin eben ein Kuffar,

den falschen Mond heul ich wohl an, tja ja…,

 

(Bisher war es natürlich eher so, dass in Deutschland, einem säkularen Staat (!), in einigen Jobs tatsächlich die Konfession ausschlaggebend war oder immer noch ist: Manche Stellen bekommt man nicht nur mit der richtigen politischen Einstellung/dem richtigen Parteibuch, sondern nur mit der "richtigen" Religion, etwa Evangelisches oder (Römisch-)Katholisches Christentum. In Zukunft wird sich dies wohl eher so entwickeln, dass im Zuge der voranschreitenden Islamisierung künftig nicht nur die Säkularisierung des Staates mehr und mehr verwaschen werden dürfte (was ja längst geschieht), sondern dann auch zunehmend von Arbeitgebern ausgesiebt wird, in Gläubige und Ungläubige nach islamischem Verständnis)

 

Diskriminierung, Quoten, Bevorzugungen,

knallharte Selektion an Rampen,

das ist die Zukunft,

aller Schlampen*, die an bessere Welten glaubten,                      *männliche & weibliche

ihre Ansprüche weit zurückschraubten,

herabgestuft wurden in ihren Menschenrechten,

und dabei noch fröhlich lächelten,

als seien sie "die Schlechten",

und es ginge mit rechten Dingen zu,

 

Bei Krediten der Zukunft fängt es an,

nein, die Schufa-Daten: obsolet,

"Glauben Sie an den Koran,

und seinen Gesandten Mohammed?",

Wer sich's noch nicht denken kann:,

Wohin ich geh und tret,

ich hinterlasse CO2, meine Emissionen,

mein Fußabdruck, so ökologisch,

bedenklich, problematisch ganz konkret,

auch, wenn's geht ums neue Wohnen,

da wird man indoktriniert – nennen wir's "heilspädagogisch"…,

 

Es ist eine Futur-Welt,

aus der Alarm 's hier schellt,

noch rein fiktiv doch im Entstehen,

wie weit werden wir noch gehen,

wenn der Verzweifelten Klage gellt?,

 

Ich werde jetzt schon isoliert,

weil ich "das Falsche" wähle,

meine Meinung nicht Konsens, konveniert,

Freunde zu meinen Kreisen zähle,

die nicht voll p.c. und koscher sind,

Kein Bier für mich, kein Dönerspieß,

es wird hier widerlich, nicht schöner, ziemlich fies,

und ehrlich, Leute, Menschenskind!,

Seid doch wach, erkennet dies!,

Seid ihr denn im Hirne blind?!,

Sie sperren mich bald ins Verlies,

wenn dies Rädchen weiterspinnt,

 

Treffen kann's bis dahin jeden,

mögt ihr auch in Hochmoral,

uns ganz staatskonform in Wonnen leben,

sie schleifen (auch) euch vors Tribunal,

eines Tages…

 

 

Nachtrag:

 

Ich war zu:

- menschlich

- männlich

- weiß

- fleißig

- hochqualifiziert

- klug

- klima-nichtneutral

 

Ich war:

- nicht liquide

- nicht immigriert

- nicht hübsch

- nicht hässlich

- nicht weiblich genug…




(04.09.2019)



Gefährliche Entwicklungen, die ich sehe. Seit jeher
lehne ich Quoten jeglicher Art ab - abgesehen
vielleicht von einer "Behindertenquote", da der
Nachteilsausgleich für mich nachvollziehbar ist. Da
Behinderte von vornherein eine Benachteiligung
haben, die ausgeglichen werden soll, so sie wie
Nichtbehinderte behandelt werden sollen. Alles
schön und gut. In unserer aktuellen Gegenwart sehe
ich jedoch Entwicklungen hin zu eher ungünstigen
Paradigmen und Situationen. Es werden Frauen- oder
Migrantenquoten gefordert, als sei Frausein oder
Migrantsein automatisch eine Benachteiligung (im
ähnlichen Sinne wie eine Behinderung), sodass trotz
vielfacher Nicht-Eignung dann Frauen aufgrund ihres
Geschlechts/Genitals bevorzugt - und Männer
benachteiligt werden - oder eben Autochthone,
vielleicht Dicke (die werden ohnehin
benachteiligt)...
Quoten zerstören alles, denn sie hieven Menschen in
Positionen, in denen diese oft ungeeignet(er) sind
als wiederum andere. Wenn man allein die
inkompetenten Regierungsparteien sowie die anderen
eher regierungsnahen der "Opposition" (ausgenommen
die AfD) sieht, welch versagende Personen dort
tätig sind, wird deutlich, wie sehr es bereits
jetzt hinkt. Qualifikation, Fleiß und Engagement,
Fachwissen und damit verbundene Handlungs- und
Sozialkompetenz sollten weiterhin eher eine Rolle
spielen als irgendwelche Geschlechts-, Teint- oder
biografische Merkmale. Es ist schön, wenn jeder
Mensch eine Chance erhält, individuell sich
beweisen kann und mehr, aber die Gefahr ist, dass
Dinge wie Anstrengung, Qualifikation, Engagement,
Kompetenz usw. nichts mehr bedeuten, weil alle
gleich schlecht oder gleich "gut" sein müssen. Dem
wollte ich Rechnung tragen. Es kann sein, dass 2029
grundlegend anders wird (hoffentlich, allein auch
in noch ganz anderen Bereichen), es kann aber auch
sein, dass 2039, 2049, 2059 ähnliches entsteht...
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.09.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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