Brigitte Waldner

Ich hätt gern mein Haus mal saniert

Ich hätt gern mein Haus mal saniert,
mein Geld aber stahl mir der Nachbar,
der jetzt seine Gratsche saniert, wie man sieht,
das Bad, die Heizung, Kamin,
die Fenster, Türen und Wände.
Sein Leben ist Plündern, Kaputtmachen, Raub.

Was dort am Balkon liegt, ist mein,
das stahl mir mein Nachbar im Keller:
die Schaufel, ein Lappen, der Besen, das Spray.
Er legt die Farbkübel aus,
geleert zum Trocknen im Garten,
vom Raubgeld gekauft, was der Angeber zeigt.

Davon lebt er besser als Gott,
beschützt seine reinweiße Weste,
perfekt ist sein Raub, sehr geübt und geplant,
die Spuren kehrt er gleich weg,
Beweise wird er vernichten,
sein Opfer betäubt er, tropft Gift in den Saft.

Bis man sich davon mal erholt
vergeht lange Zeit, eine Woche,
im Blackout setzt die Erinnerung aus.
Es dauert, bis man sich fängt,
das glaubt ja keiner dem Opfer,
man kommt gegen geistig Abnormes nicht an.

Er breitet Lamellenwand aus
im Garten und auf dem Balkone.
Was will er bezwecken, dass er sich versteckt?
Verfolgungswahn hat der Dieb.
Verhaltensauffällig ist das,
der Sichtschutz ist Zeichen, das etwas nicht stimmt.

Beachte die Wand am Balkon.
Ist das nicht geistig Abnormes?
Es ist schon auffällig, was er da tut.
Wer weiß, was er Böses plant,
was hat er sich zu verstecken?
Ich sagte zu ihm: „Setz die Wand am Balkon!“

Schon zog er sie auf mit dem Seil,
dem blauen, was er bei mir klaute,
ich glaube, er baut ein Gefängnis für sich,
verbaut die Sicht, und das Chi
kann auch vor Ort nicht mehr fließen.
Ich ahne, es ist schon Gefahr in Verzug.

© Text und Foto Brigitte Waldner

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.09.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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