Brigitte Waldner
Nachbarschaftsterror ohne Ende
Lamellenwand von vorn,
Lamellenwand von hinten,
mal Schatten, mal Licht, elegant ist sie nicht.
Lamellenwand auf dem Balkon,
ein Brett vor dem Kopf ist ein Schicksal,
der Terror geht weiter, das macht es nicht leichter.
Er ist wieder hyperaktiv,
da fürchtet man sich aber richtig.
Man sieht es ihm an, er läuft wie ein Troll
und grinst wie ein Troll ins Gesicht,
beobachtet täglich sein Opfer,
bevor es dann umschlägt in Räuberei.
Er ruft schon mal hinter dem Zaun:
"Der Kiwara wird dich entsorgen!"
Erst schüchtert er ein, und dann lenkt er noch ab.
So provoziert er den Tag
mit seiner Frau und dem Sohne,
mit Enkel und Tochter Komplizenschaft.
Der Zaun ist dort niedergedrückt,
wo er ihn bei mir überklettert.
Da hinten, wo keiner von vorne was sieht,
steigt er auf mein Grundstück herein.
Die Kamera kann ihn nicht packen,
er steigt durch das Dach in die alten Gebäude.
Das hat er schon mehrmals getan,
das wird er weiterhin machen,
er dringt in den Keller bei Tag und bei Nacht,
und wenn man nicht da ist, erst recht,
er klaute die Platten im Garten,
und hebelte Türen und Fenster aus.
Es schützen die neuen Rollos.
Wie lange? Bald wird er sie brechen!
Es schreckt ihn nichts ab, wenn er einbrechen will.
Damit muss man leben. Im Knast
verbrachte sein Onkel die Jahre.
Er war auch ein Räuber und Dieb, wie er.
Sein Name war Siegfried M.
Er ließ meine Oma in Ruhe,
er hat die Verbrechen stets auswärts verübt.
Er stand zu dem, was er tat,
der hatte als Räuber Charakter.
Das Rauben ist hier eine Tradition.
Die Kiwara lassen das zu,
das ist das Gesicht dieses Landes,
es ist nicht zu glauben und doch ist es wahr.
Die Anwälte können nichts tun,
die Hände sind ihnen gebunden,
die Opfer sind still, da man frei sein will.
Sonst würde das Opfer bestraft
und müsste für Jahre sitzen,
dafür, dass ein Räuber es ständig beraubt.
Wenn man ihm nichts nachweisen kann,
Beweise werden vernichtet,
so ist das in Österreich laut Gesetz.
© Text und Fotos: Brigitte Waldner
Fotos aktuell: zeigen die Lamellenwand des Nachbarn von vorne auf seiner Seite
und von hinten auf meiner Seite.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.09.2019.
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