Karl-Konrad Knooshood

Opfer-Oper in schrägen Tönen (Quark)



Der alte Opfersermon

(27.07.2018)

 

Lass dich nieder,

heul dich bei mir aus,

wie immer, immer wieder,

die Welt dir macht Garaus,

Fasle wild, frei,

wie schwer du's immer hatt'st,

Scheiße Eltern, scheiß mies Kindheit,

und zu Gast öfters im Knast,

 

Klage, Wehleid,

was ham "sie" dir getan,

du warst chancenlos, haltlos,

es war ein alter Mann,

Es war'n die Lehrer – und der Psychiater sowieso,

die scheiß Schule war für 'n Arsch,

und der Arsch war für das Klo,

welch ein Zirkus, Affenzoo,

das Leben macht nicht froh,

 

Opferkult, Opferscheiß,

mach dir selbst samt der Welt weis,

dass schuldlos du,

und unterlegen bist!,

Opferscheiß, Opferkult,

alle sind's, nur du nicht schuld,

oh, Engelshuld, wie du dich selber da bescheißt,

dein stetig' Scheitern als Beweis!,

 

Los, quatsch dich aus, Mann,

das tut gut, ich schwör 's,

Bist du schwarz-grün oder vegan,

und wirst "diskriminiert"?,

Wer ist schuld dran,

sag schon: WER hat dich zerstört?,

Ist's ein Spieß-, ein Rutenlauf,

durch das Rassistenpack am Werk?,

Wirst du gänzlich ausgegrenzt,

hast vor Scham Schule geschwänzt,

du hattest nie 'ne Chance,

denn…,

 

Die sind schuld, schuld die sind,

nur nicht du, du armes Kind,

wie könnte 's sein, was du tust, tust du deshalb,

Der ist schuld, sie trägt Schuld,

du armes Opfer, deus vult,

du liebes Kalb,

konntest niemals was dazu,

ganz egal, was du noch tust,

 

Setz dich nieder,

ja, "der Staat" ist schlimm,

schwer die Lider,

ich werd müder,

sei nur rüder im Benimm,

sei bloß heftig!,

 

Wer ist schuld, wer ist's nicht,

ständig stehst du vor Gericht,

woran 's wohl liegt,

wird's "System" niemals besiegt?,

 

Schuldig – oder etwa nicht?,

Du bist lieb, kein Bösewicht,

Wer ist bloß für dein Tun nun verantwortlich?,

 

Och, wer hat Schuld, wer will Schuld?,

Du bist brav, du Schaf voll Huld,

perfekt die Opfernummer abgespult,

oh, du Unschuld,

oh, du Unschuld,

 

Und wirst du (je) bestraft, liegt's auf keinen Fall an dir, nee,

du bist die Unschuld, Virgine,

du bist die Unschuld in Person,

in wahrer Personalunion…

 

 

Der Opferkram(pf)

 

(24.03.2019)

[Parodie auf "Hier kommt Alex" von DIE TOTEN HOSEN, 1987]

 

 

Es gibt wohl kein Land auf dieser Welt,

wo man sein Tagwerk für gerüttelt Geld,

wo man 70.000-mal 'ne neue Chance erhält,

und tonnenweise Quark erzählt,

 

Es gibt hier Tausende von "Bürgern",

die leben wie die Made im Fett-Räucherspeck,

nein, ich mein' nicht die Hartz-Vierer,

die kriegen im Vergleich 'ne Handvoll voll Dreck!,

In Sozi-Müll-Netzwerken, bei Stiftungen, im GEZ-Rundfunk,

heulen, weinen, mosern sie nur rum,

welche Leistung soll das bitte sein?,

Ja, den Schiet nehm ich denen ernsthaft krumm!,

 

Hey (hey, hey),

hier kommt OPFER,

Vorhang auf – für seinen Heulkrampflauf!,

Hey (hey, hey),

hier spricht OPFER!,

Seid bereit – für etwas Betroffenheit!,

 

Auf dem Kreuzzug gegen "alte weiße Männer",

und das vermeintliche Patriarchat,

lassen sie voll Wut vom Leder,

alimentiert vom lieben Sozialstaat,

bei Genderschwachsinn, #Metoo-, Neue-Rechte-(Alltags-)Rassismus sind sie voll in ihrem Element,

sowas gibt’s exklusiv in Deutschland,

dass einer flennt,

und davon (fürstlich) leben kann!,

 

Hey (hey, hey),

hier kommt OPFER,

Opferkult!,

Die Deutschen sind dran schuld!,

Hey, hey, hey,

hier kommt OPFER,

Opferkult,

ist nur die Gesellschaft "schuld"!,

 

Bridge:

Sie quasseln von Paygaps und Privilegien,

die "ihr Weißen" (auch sie selbst) haben,

von bösen CIS-Boys und dem Klimawandel,

und, klar, Islamophobie,

Sie leben weitab von Problemen,

pflegen ein Weltbild aus Extremen,

doch wer übel ist, sind immer die "Räääächtääään!",

 

Hey, hey, häääih!!!,

Hier kommt OPFER!,

Baby-Heulsusenkult,

"die Deutschen" sind an allem schuld!,

Hey, hey, way!,

Hier kreischt OPFER,

Soi-Boy-Bühne frei,

für laute Heulerei!,

 

Hey, hey, hey, hey,

hier heult OPFER!,

Jammervoll,

Voll in die Moll geschwoll'n!




Natürlich gibt es auch wirkliche, echte Opfer von
schlimmen Dingen, Taten etc.
In den beiden Texten, die sich thematisch ergänzen,
obgleich sie in einem Zeitraum von mindestens einem
Jahr Zwischenzeit von mir verfasst wurden (eines
als eine Parodie auf ein Lied, mit der Melodie des
angegebenen Liedes also zu verstehen, eine Technik,
die ich gelegentlich gern anwende, denn Parodien
machen Spaß), dreht sich alles um die Pseudo-Opfer,
die Leute, die im GEZ-Funk und dort erweitert auf
Youtube und in den Sozialnetzwerken groß auf den
Putz hauen und immer anderen die Schuld an ihrem
verkorksten Leben und/oder gesellschaftlichen
Missständen geben, etwa herumheulende Islamisten
und andere Islamangehörige - oder natürlich
Antifanten oder beinharte Feminist*innen, denen es
nicht um die Gleichberechtigung der Geschlechter
(denn die besteht seit geraumer Zeit, ich
beispielsweise habe NIE andere Zeiten erlebt, und
bin immerhin schon in den frühen 80ern geboren)
geht, sondern um die Bekämpfung des Feindbildes
Nummer 1, des "alten weißen Mannes", an dem sie
alles Übel dieser Welt festmachen, da sie glauben,
in einer patriarchalischen Welt zu leben. Diese
Leute heulen groß und professionell herum und haben
im Grunde kein friedliches Zusammenleben der
Geschlechter im Sinn, im Sinne gegenseitiger
Unterstützung in einer Partnerschaft etwa, sondern
die Herrschaft der Damen, gegen die das Patriarchat
einfach ausgetauscht werden soll. Deswegen finden
diese unausstehlichen Personen auch selten echte
Partner oder Freunde, da sie zu radikal sind.
Weitere professionelle Herumheuler sind sog. "Soi-
Boys", also Soja-Jungs, gemeint sind Beta-Männer
(die teilweise Feministen härtester Prägung sind,
die gegen ihr eigenes Geschlecht sind), die alles
Virile und Männertypische ablehnen und sich
deswegen am liebsten in Frauen verwandeln würden.
Viele dieser Kerle sind schwul (was nicht das
Problem ist), betonen ihre femininen Züge und
weinen auch sehr gern und viel, mehr vielleicht als
es Männer tun (sollten). Nicht, dass nicht auch
Männer Gefühle zeigen dürfen.

Wir leben in einem Land, in dem jemand den
schändlichsten Mord begangen haben kann - und es
werden immer wieder (insbesondere, wenn er einen
Migrationshintergrund o.ä. hat) Entschuldigungen
gefunden, die sich rein auf die Gesellschaft
beziehen. Ich behaupte nicht, dass mit dieser ALLES
in Ordnung sei, mit dieser Behauptung erlitte ich
multiplen Schiffbruch. Grotesker ist jedoch, dass
in diesem Land (wie in KEINEM anderen der Welt)
Bürger davon leben können, professionell
herumzuweinen und sich als Opfer mehr zu
inszenieren als jemals eins zu sein. Das geht vom
angeblichen Alltagsrassismus der Deutschen (der in
der oft dargestellten krassen Form einfach nicht
existiert), vorgetragen von Drama-Queens mit
Migrationsgeschichte oder sehr linksextremen
Aktivist*innen bis übers Klima und seinen Wandel
jammern, bis hin zu dem "Male-Privilege"-Bullshit,
über angebliche Pay-/Wagegaps, Forderung nach
Frauenquoten auch in Berufsfeldern, für die sich
nun mal anteilig weniger Damen interessieren usw.
etc. pp. Es ist nur noch nervig.
Man muss ab und zu auch mal in sich gehen und die
Schuld am eigenen Versagen u.a. dort suchen, denn
dort liegt meistens das Problem - das kann ich
sogar teilweise aus eigener Erfahrung sagen. Es ist
durchaus gut, mal zu schauen, ob man selbst mit
etwas dazu beiträgt, wie schlecht es einem geht.
Etwa in meinem Fall mit der Polizei: Wenn ich
unhöflich bin und unkooperativ und respektlos mit
den Ordnungshütern (unsren Freunden und Helfern)
umgehe, werden die auch (verbal zumindest) grob.
Ich merke: Okay, da muss etwas an MEINEM Verhalten
sein, das die Situation verschlimmert.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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