Brigitte Waldner

Der einen Kater hat


Die Katzen beraubte der Dieb, die Schälchen und trockenes Futter,
in Anwesenheit meiner Tiere im Haus,
die Vorräte, die ich mir kaufte. Zwanzig Edelstahlnäpfe
verschwanden im vorigen Jahr nach und nach.

Bezüge, von mir selbst genäht, die Kissen und Zelte für Katzen,
sah ich in der Laube und auf dem Balkon.
Aus meinem Gefrierschrank verschwanden Fisch und die Hühner gefroren,
das gab es bei Räubern zum Grillen nach Raub.

„Es gibt heute Kirschenkompott“, miaute die Nachbarin dreiste,
wenn sie mich im Garten erblickte und ich
erkannte noch nicht, was sie meinte, bis mir das Licht endlich aufging,
das Kirschenkompott hatte ich mir gekocht,

als Vorrat im Keller verstaut. Sie plünderten alle Regale,
egal, was es gab, auch den Wein und das Bier;
sie plünderten jeglichen Vorrat, was ich über Wochen nicht wahrnahm,
was organisiert hinterm Rücken geschah.

„Es gibt heute Pizza Spinat“, verkündet die Nachbarin wieder,
"und Torte und Eiscreme mit Kakao,
gerade frisch abgeholt, gratis, Essen ist fertig, ihr Lieben!"
Sie stahlen mein Essen und prahlten damit.

„Die Trude hat selber gekocht“, verkündet der Räuber den Gästen,
„Habt ihr einen Kirschbaum im Garten?“ befragt
ein Gast meine Räuber schier arglos. „Naaa, sind gekaaaft“, kam die Antwort,
ich hörte das alles und merkte es mir,

was ich erst viel später verstand. So fügte sich Bildchen zu Bildchen.
Ich hab meine Nachbarn als Räuber entlarvt:
Sie sind, was sie waren und bleiben, Räuber und Diebe und Mörder,
betäuben mit Gift, und sie leugnen die Tat.

Sie bleiben doch frei und beliebt und ich bin ihr tägliches Opfer.
Die Kiwara lachen, sie glauben es nicht.
Das Schicksal ist hart und sehr bitter. Kater hat Räuber nur einen,
und der wird komplett aus dem Raub finanziert.

© Brigitte Waldner

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.09.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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