Brigitte Waldner

Beim Duschen beraubt


Mein Körper war nackig und nass. Als ich meinen Kopf shampoonierte,
sah ich, wie der Räuber zur Tür herein kam.
Was Dunkles erschien in der Türe. Räuberling Rudi, der Nachbar,
kam dreimal zu mir in das Haus in mein Bad,

von vorigem Frühling bis Herbst, und während ich duschte am Morgen.,
entnahm der Kosmetiktasche mein Geld,
das ich dort vor ihm versteckte, ohne Erfolg, wie gesichtet,
auch wenn ich nicht duschte, ging er dort hinein.

Er klaute viel Seife und Fön, die Handtücher, Klopapier, alles,
Frotteebademäntel in Weiß und Pastell,
die Sensitiv-Zahnpasten Elmex, Edelstahlklobürstenständer
samt Büste und Shampoos und Reinigungszeug.

Auf jeden Fall sah ich den Dieb schon mindestens mehrmals im Bade.
Es schreckt ihn nicht ab, wenn man duscht, wenn er kommt.
Er klaut einfach weiter und weiter. Nackig und nass ist man wehrlos.
Dann läuft er hinauf durch den Garten zu ihr.

Sie wartet im Garten auf ihn. Sie nimmt seine Beute entgegen,
ich hab seine Mutter dabei oft gesehn.
Sein Vater steht hinten im Garten, hilft seinem Sohn bei dem Diebstahl,
verbunden mit Handy und Teufel und Tod.

Als ich zu dem Wahllokal ging, mit Hund und zu Fuß heute Morgen,
kam dieser Räuber im Auto daher.
Er sah mich und fuhr dann nur weiter, ohne zu halten und wählen,
er scheut die Begegnung mit Opfern gewiss.

Vielleicht nutzt er nur diese Zeit, indes einen Einbruch zu machen,
wenn ich nicht daheim bin, der Hund auch nicht dort.
Der lichtscheue Kerl ist ein Räuber. Rauben ist ihm nicht zu feige,
doch öffentlich zeigt er sich mutlos und scheu.

© Brigitte Waldner

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.09.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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