Patrick Rabe

Fischkuss

 

Wenn die Puppen übernehmen,

sind es nur noch Puppen,

Puppen ziehen,  Puppen tanzen,

zählen keine Schnuppen,

 

weil sie keinen Himmel sehen,

Himmel ist ja oben,

und da steh'n sie, haben ihn

unter sich verschoben.

 

Und ein alter, greiser Mann,

silbrig weiß der Bart,

ruft noch einmal: "Mir ist bang,

seid doch nicht so hart!"

 

Und irgendwo im Kopf ist Blut,

und da ist Jesus Christus,

er hält stabil den Schleudergang

der Puppen bis zum Fiskus.

 

Denn immer noch wird wieder Mensch,

was Puppe ward, beim Teilen.

Kein Fischkuss kalt, trifft uns, sobald

 wir uns mit Bratfisch heilen.

 

 

Patrick Rabe,30. September 2019, Hamburg.

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.09.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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