Karl-Konrad Knooshood

Was ist des Deutschen Wesen?

Diffus, ungreifbar, nebulös,

Was ist es nun, gut oder bös?,

Was ist des Deutschen Wesen nun?,

 

Ist es Sauerkraut,

ist er 'ne ehrliche Haut,

kann man ihm vertrauen,

lässt er sich durchschauen?,

 

Was ist des Deutschen Deutschentum?,

Was ist sein Himmelreich?,

Was sind seine Traumata?,

Ist er sich selbst nicht gleich?,

Verliert er sich in Dramata?,

 

Bekannt ist er für Tümer wie Irrtümer,

gesetzt, gemäßigt, bescheiden ist er gern,

Humor ist ihm meist im Ernsten fern,

will er lieber strebsam lernen,

gesundheitsbewusst: Müsli mit Pinienkernen,

- nur beim Fußball ein Ungestümer,

 

Bekannt ist er fürs Mülltrenntum,

Familie ist ihm wichtig, also…war einmal,

hoch hält er Ordnung und Moral,

oft weilt er im selbstgewählten Jammertal,

- nervt dann doch etwas mit seinem Besserwessitum,

 

Unbeliebt ist er für sein Deutschtum,

denn es ist ihm bei Strafe verboten,

er selbst zu sein, denn "Patridioten",

loben [ANGEBLICH!] den Despoten,

und wecken die Bösen der Toten,

- gefährlich beginnt 's: sein Schrebergartentum,

 

Unbeliebt ist ferner sein Besserwissertum,

- die ganze Welt sollte mal an seinem Wesen,

von allem Elend sich erlösen,

lassen und komplett genesen,

dann kamen die Deutschen, eher (die) Bösen,

korrespondierend mit Duckmäusertum,

 

Was ist des Deutschen vorzügliches Fürstentum?,

Ist es legitim und opportun,

das noch zu fragen?,

Was kann der Deutsche sagen,

über sich? Welche Fragen nagen,

an ihm und seinem Tun?,

 

Für gut und einzig wichtig ist ihm sein linkes Grünentum,

über alles mit dem Umweltschutz!,

Dem Klimawandel wohl zum Trutz!,

Jute statt Plastik übern Schniedelwutz,

Bio-Sprit und Windrad gegen Kohleschmutz,

die Welt bräuchte 'nen Frühjahrsputz,

schlicht: Des Deutschen Vorbild – Umwelttum,

 

Ängstlich bibbernd sein Toleranztum,

das hält er wacker in die Höh',

sagte er doch allen Grenzen treuherzig ade,

lässt sich treten mit dem "Billard-Queue",

gibt der RAUTENMUTTI kein Adieu,

erteilt keinem Dreckschwein klares Nö!,

Drum oje: Weh, wenn ich aufs Ende dessen seh!,

- Alles erleidet er gern – Panik habend vorm Germanentum, nein, "Nazitum",

 

Was ist des Deutschen Eigenheit?,

Ist es Eitelkeit?,

Eher Verschwiegenheit,

trübe Traurigkeit?,

Nein, aber gesetzte Gediegenheit,

in Ordnungsliebe, Sauberkeit,

blitzgescheite Seelen-, Gewissensreinheit,

vorbildliche Stringenz und Lauterkeit,

allzeit bereite Treue, Ehrlichkeit,

voll braver Bürger-Bescheidenheit,

selten von Gier (getrieben), voller Begehrlichkeit,

Redlichkeit, devote Rechtschaffenheit,

Respektvoll vor der Obrigkeit,

Kein Kind kindlicher Heiterkeit,

kein Freund aber der Humorlosigkeit,

nur nicht spaßhaft bei jeder Gelegenheit,

spitzbübisch schelmisch in Verwegenheit,

in Bier mehr als Wein die Seligkeit,

in tapferer Beständigkeit,

in seiner auch die Heimeligkeit,

Heimlichkeit liegt ihm nie in Verschlagenheit,

triebe ihn denn in Verlegenheit,

gemeint, na klar: German Gemütlichkeit,

im trauten Heim, innen: Ohr zur Hörigkeit,

zum Untertanentum der Obrigkeit,

spießig oft, steife Höflichkeit,

selbst in sicherer Häuslichkeit,

gelegentliche Grantig-Griesgrämigkeit,

doch weich im Herzen, exemplarische Cremigkeit,

doch allzu große Geschwätzigkeit?,

Nein, wenn schweigt in Beharrlichkeit,

ist er zum Schwelgen geneigt,

Endstation? Verfressenheit,

gelegentlich Besessenheit,

Das ist keine Gehässigkeit,

eben auch keine Entsetzlichkeit,

doch immerzu gern hilfsbereit,

altruistisch, voller Menschlichkeit,

kombiniert mit Freigiebigkeit,

 

Was ist sie nun,

des Deutschen tiefere Seele?,

Was hat das womit zu tun?,

Welchen Mythos muss man stehlen,

um seine Historie zu erzählen?,

Und: Welchen Weg wird er wählen und schließlich gehen?,

 

Es ist schade um ihn,

alles sei ihm doch verzieh'n,

er ist liebenswert, doch sein Ende nähert…




Stellenweise behäbig und sperrig, schwerfällig und
sich in Penetranz der Kleinigkeiten verlierend,
kleinkariert und pedantisch kommt diese (zugegeben)
Power-Ballade daher. Wäre sie ein Stück Rockmusik,
müsste man sie dem Subgenre schwerfälligen Black-
Metals zuordnen, vielleicht auch noch grantigem
Hardrock. So wie es "typisch deutsch" eben ist! Wie
der Deutsche/die Deutsche/das
Deutsche*in/innen/divers eben ist - laut
international anerkanntem Klischee. Das Wesen des
Deutschen/Deutschseins zu erfassen, ist schwierig.
Wie bei jedem anderen Land dieser Welt, fällt es
schwer, klare Definitionen und Definitionsgrenzen
zu finden.

Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit (des
Nationalfeiertages also), der der eigentlich
wichtigste Feiertag sein sollte (heutzutage ist er
leider auch "Tag der offenen Moschee" = Lassen wir
unsren "lieben" Islamangehörigen eigentlich zu viel
durchgehen?), mein patriotisches und zugleich
kritisches Liebes-Hass-Schmäh-Augenzwinkerei-
Ballädchen. Enjoy the ride.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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