Brigitte Waldner

Kriminelle Nacht- und Nebelgeister


Lange Schatten liegen auf dem Garten,
gegen Sichtschutzwände prallt die Sonne,
was dahinter ist, kann man erraten:
Üble Geister treiben dort ihr Wesen,
spionieren hinter losen Latten
ihre Opfer aus, um dann zu stehlen.

Noch bevor die Krähen warnend durch den
Morgen streifen, geistern Räuber sträflich
durch das Haus und rufen einen Namen.
Fragt man hinterher, was sie hier suchten,
Namen rufend und das Haus durchwühlend,
täuschen sie, man hört die Geister geistern,

aus dem Jenseits, wo die Ahnen liegen,
die im Herbst noch mal nach Hause kommen,
um sich ihre Sachen abzuholen.
Kaum zu glauben, was die Toten brauchen:
Tiefgekühltes, Heißluftofen, Mixer,
Kabel für den Strom für einen Ofen.

Kalt und düster ist das stille Jenseits,
hungrig sind die Toten, soll man glauben,
holen Lebensmittel aus der Kammer.
Öffnen mit geklauten Schlüsseln Türen,
um sich von den Sünden freizukaufen,
nehmen sie, so viel sie greifen können

von dem Geld. Sie knacken Geldkassetten,
zahlen für die Gräber keine Miete,
die wird von den Nachkommen gefordert.
Tragen aus dem Keller nachts den Fliesen-
Vorrat. Unterkriechen schwer belastet
einen Zaun. Entschwinden ohne danke

ins Gebüsch, am Abgrund, hinter Zäunen.
Nächsten Morgen sieht man weder Beule
dort im Zaun, noch Abdrücke der Schuhe.
Die entfernen sie der Vorsicht halber
mit dem Rechen oder mit der Haue,
die sie vorher schon gestohlen haben.

Das Geflecht des Zaunes bleibt verbogen,
wo die Nebelgeister überklettern.
Alle Lücken, wo die Sachen fehlen,
sind mit Leerverpackung aufgefüllt,
Chaos, Schäden bleibend hinterlassen.
Von der Vogelscheuche hängen Lumpen.

Auch das Wespennest ist aufgestochen,
große Spinnennetze sind zerrissen.
Die Laternen an der Straße schweigen,
sind zu jeder Geisterstunde Zeugen,
wollen aber nichts beleuchtet haben.
Lachend prangt der Kürbis am Balkon.

Halloween ist hier zu allen Zeiten.
Von dem Frühjahr bis zum späten Winter
ist man sich der Geister niemals sicher.
schwer bewaffnet plündern sie die Opfer,
rücksichtslos wird nachts um vier geballert.
Lässt man sie nicht laufen, gibt es Saures.

Text und Foto: © Brigitte Waldner

Aktuelles Foto vom neulich aufgestocherten Wespennest

 

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