Brigitte Waldner

Episode aus dem permanenten Raub


Lasurfarbe in Nuss, Mahagoni und Eiche
samt Dutzenden Pinseln und Lösungsmitteln,
war alles bei mir im Keller gelagert.
Als ich meine Dachuntersicht streichen wollte,
die Gartenbänke und die Holzhütte,
fand sich weder Pinsel noch Farbe dafür,
vertragen von Unwesen voriges Jahr.

Der Nachbar streicht damit jetzt seinen Balkon.
Die schwarzen Handschuhe trägt er nicht mehr. ,
Seit meinem Gedicht samt Fotobeweis,
trägt er die unauffällig hellen.
Der Farbkübel hängt am Edelstahlhaken,
ein volles Dutzend hatte ich davon;
nur einen Haken ließ er zurück.

Bevor der Räuber zu streichen begann,
schliff er den Holzbalkon reinigend ab.
Das Geld für die Schleifmaschine geklaut,
natürlich aus meiner Geldkassette,
aus der er regelmäßig plünderte,
mit vorher geklautem zweiten Schlüssel,
vor Jahren schon, was ich nicht wusste.

Ein Dieb hat es leichter in seinem Leben,
bedient sich, wo sich was findet zum Nutzen,
woanders muss er nicht stehlen und wird
hoch angesehen von anderen Leuten.
Er kriegt, was er braucht bei mir ohne Aufwand,
beschützt von seinen Kiwara-Freunden.
Ein permanenter Raub ist das Leben.

© Text und Foto: Brigitte Waldner


 

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