Karl-Konrad Knooshood

Lauf nur gegen sich selbst an

Ich lauf los, sinnlos, ziellos,

lauf den Hang hinan,

gegen mich an lauf ich weiter,

 

Ich lauf, muss weiterlaufen,

bald lauf ich Amok,

Amok gegen mich selbst,

den inneren Arschbock,

verschone mich, Einkehr in meine Welt,

von der Welt entkoppelt,

 

Amok gegen mich gerichtet,

voller Gewalt, ein Overkill,

da ich mich entwickeln und verändern will,

Unbill brachten mir die Lügen,

der Selbstbetrug, mir ans Zeug gedichtet,

von mir selbst aus Seelenmüll,

Das Feld ist neuestens durchzupflügen,

das Dickicht gehört gelichtet,

all das künstliche Verbiegen,

sei ein für alle Mal vernichtet,

 

TABULA RASA spricht 's der alte Lateiner,

ich nenn 's unprätentiös aber generös gern "Reiner Tisch",

vorbei die Zeit der Schleimer, ab in den Rotze-Eimer,

alles ein Abwasch, ein weiterer Wisch…




In den irren Zeiten, dem kruden Chaos, nicht
durchzudrehen, ist eine zentrale Aufgabe des
Jedermann-Alltäglichen-Lebens. Meistern kann man
alles, wenn man sich selbst meistert, überwindet,
entwickelt. Angesichts diverser Amokläufe, gerade
in der letzten Zeit, starte ich den Amoklauf gegen
mich selbst, eine Art Selbstreinigung,
Selbstüberwindung, das Sich-selbst-Eingestehen des
eigenen Wesens - eine menschliche und behutsame
Alternative zum Mörderischen, das irre Täter (wie
den vor 3 Tagen) dazu bringt, ihre gesamte
Selbstverantwortung auf Andere, auf ihre Umwelt,
den Stellvertreter AVD (Arsch vom Dienst)
abzuwälzen. Vom Wahnsinnigen war zu hören, dass er
"die Juden" für alle seine Fehler verantwortlich
macht. Im Grunde ist diese Schuldzuweisung
austauschbar: Bei Islamisten ist's der
"böse/dekadente Westen", bei Feministinnen der
"alte weiße Mann", bei Antifa "die Nazis" (unter
einem Kamm: die gesamte Opposition, aber auch die
tatsächlich Bösen, Neonazis), bei der Regierung
"die Opposition", bei Mathehassern der
"Mathelehrer", bei Dünnen "die Dicken" etc.
Das Schönste ist, wenn man sich selbst seine
Fehlerhaftigkeit eingesteht: Das ist
männlich/weiblich, man steht zu sich, ist mutig,
verliert die Angst vor sich und der "bösen Welt" um
einen her. Ein Rezept gegen Gewalt, Leid und Mord -
WENN man es annimmt/anwendet. Glück auf.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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Langsam gehe ich auf das sechzigste Lebensjahr zu. Da hinter mir nahezu jede emotionale Erinnerung »verschwindet«, besitze ich keinerlei sichtbare Erinnerung! Vieles von dem, was ich Ihnen aus meinem Leben berichte, beruht auf alten Notizen, Erinnerungen meiner Frau und meiner Mutter oder vielleicht auch auf sogenannten »falschen Erinnerungen«. Ich selbst erinnere mich nicht an meine Kindheit, Jugend, nicht an meine Heirat und auch nicht an andere hochemotionale Ereignisse, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin.

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