Karl-Konrad Knooshood

Moriturus (Du bist längst tot!)

 

Du bist tot, tot, tot,

In dir, an dir, um dich,

du bist eine Leiche, ein Zombie längst,

Du bist ein Mörder, liederlich,

brachtest Leid und den Tod,

- sei froh, dass du nicht hängst!,

 

Deine Tage sind kontaminiert,

dein sog. "Leben" hast du versaut,

du wirst – hoffentlich auf ewig – inhaftiert,

zum Schutz der Gesellschaft in Iso-Haft verstaut,

 

Du bist so tot, tot, tot, tot,

Toter als tot,

Du weißt es nur nicht,

dein sinnloser, wurzelloser Hass, dein Dummsein,

das aus allen Poren bricht,

ist tiefbraun, suppig auch, doch puter-, blutrot,

- Du bist, bleibst, wirst sein: Das tumbe Dreckschwein!,

 

Du bist tot, tot so unbegreiflich tot,

reichlich tot, tot, tot, tot-tot, tot,

toter als die von dir Gekillten,

du bist ein Nichts, mit 0,0 Menschlichem im Angebot,

als dem Gewissenlos-Eisgekühlten,

Die Tat, die du tatest,

auf dass sie dich mit Leben fülle,

killt das Bisschen Sein, das du je hattest,

schmelzt dich zur leeren, toten Hülle,

- und dir wird ein laues Licht aufgehen,

dass du nur ein Versager warst,

du wirst keine Freiheit mehr sehen,

garstig wenn du für Momente auf dann klarst,

 

Du bist leblos, leer und innen hohl,

das war's, was du weggeworfen hast,

die eine Chance, zu leben wohl,

geborgen und nur noch normaler Alltagslast,

Dein Hass hat dich bitter, blind gemacht,

keine Leistung, nur zu Mord hast du's gebracht,

 

Diese Gitter sind deine Bestimmung,

die Verdammung für alle Zeiten,

sie werden dich filetieren, zur Besinnung,

dich auf dem grauen, tristen Pfad den Rest des Odems lang begleiten,

Niemand weint um dich, kein Großbedeuten,

du wirst gelten, als was du bist:,

ein Töter von zwei liebenswerten Leuten,

ein Feigling, Loser, Nazi-Narziss,

 

Kein Schwein sympathisiert mit dir,

niemand bat dich um Gräueltaten,

man wird den Opfern, Hinterbliebenen kondolier'n,

du flehend auf dein Ende warten,

An dich denkt bald keiner mehr,

und das ist gut so, nur gerecht,

um dich wachsen Gras, Vergessenheit und Teer,

möge es dir gehen schlecht,

 

Denn du bist tot, nur tot, so tot,

lebendig warst du nämlich nie,

du bist ein Stück Scheiße, tot und unlebendig,

letztendlich eine Luftnummer voll Kummer und Opfer-Haltung und in kranker Apathie…




(13.10.2019)




Es war nicht einfach, ich war wie gelähmt. Wie bloß
die richtigen Worte finden, wie bloß klarmachen,
welch Schwein der Täter ist? Im Grunde ist er tot,
innerlich wie äußerlich, er hat getötet und
glaubte, sich dabei zu erhöhen, seinem sinnlosen,
verkorksten, vermurksten, von ihm selbst, in
Selbstverantwortung zerschrotteten Leben einen
"Sinn" zu geben, eine "Bestimmung". Er wird jetzt -
hoffentlich - für immer eingesperrt, und zwar
bitteschön BUCHSTÄBLICH, im WORTSINNE LEBENSLANG!
Solch ein Subjekt sollte nie wieder herumlaufen.
Wiederum bestätigt sich, wie gerechtfertigt es ist,
dass ich ein solch glühender Fan der Todesstrafe
bin (die hier gewiss zur Anwendung käme, wäre er
US-Amerikaner, was leider nicht der Fall ist):
Dieser Kerl hätte sie verdient. So sollte er
zumindest für ewig in der Hafthölle schmoren! Am
besten in Isolationshaft.

Was wir nur tun können: Seiner Opfer gedenken,
seinen Namen vergessen (sonst erhält er zu viel
Aufmerksamkeit) und ihn für immer verfluchen. Zu
den Opfern wird ein weiterer Text erscheinen, es
ist schwierig, das alles zu verarbeiten. Er hat
zwei völlig Unschuldigen das Leben genommen. Wie
durch ein Wunder wurden nicht noch mehr Menschen
verletzt oder getötet: In die Synagoge, die zum
Glück abgeschlossen war, kam er nicht hinein, so
blieb sein geplantes Blutbad aus, zudem hörte man
von einem Mann, dem der Täter auch seine Waffe
entgegenhielt, um ihn zu erschießen, doch seine
Waffe klemmte, sodass der Mann noch fliehen konnte.
Des Schicksals glückliche Fügungen, grausam genug
hatte es ja bereits sich gezeigt. Dem Täter wünsche
ich, dass er als die leere Hülle die er ist, für
ewig versauert.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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