Horst Werner Bracker

Auf den Bauernhof ist der Teufel los

Auf den Bauernhof ist der Teufel los.
 
Kinder - Ballade
 
Auf den Bauernhof ist der Teufel los.
Die Tiere in den Ställen schlagen Alarm.
Bauer Hein wird wach, was ist da los?
Steht auf, die Flinte unterm Arm.
 
Auf den Hofplatz ist es noch dunkel.
Es ist erst kurz nach Mitternacht!
Von dem Lärme und lauten Gemunkel,
wird Liesbeth, die Bäuerin wach.
 
Sie greift ins Kissen, wo der Bauer ruht.
Der ist fort, das Bett ist kalt und leer.
Liesbeth rennt schlaftrunken, unbeschuht,
auf den Hof, in der Hand das Jagdgewehr.
 
In der Senke, wo sich die Jauche sammelt,
direkt vor den großen Misthaufen, –
Wo die Tier Fäkalien, im Mist vergammeln,
ist Liesbeth schlaftrunken, in die Jauche gelaufen.
 
Ihr weißes Nachthemd hat braune Flecke,
und ihre Füße stinken, es ist scheißkalt!
Ein kalter Wind weht um die Scheunenecke.
Ein offenes Hühnerstallfenster schlägt, knallt.
 
Jockel, der feurig bunte, italienische Hahn,
ist auf den höchsten Balken geflogen und
Kräht und kräht in einem zu: Alarm! Alarm!
Dazu bellt pausendlos der alte Hofhund.-
 
Als sei's damit nicht genug, brüllen die Rinder,
schreien die Schweine, blöken Schafe um die wett.
Der nächtliche Lärm weckt nun auch die Kinder.
Sie steigen voller Angst, weinend aus dem Bett.
 
Sie sehen Mama Liesbeth in der Jauch stehen, -
Ihr weißes Nachthemd sieht zum Fürchten aus.
Ist es ein Geist, was sie da im Dunkeln sehen?
Ein Albtraum Bild, zum Fürchten, ein Graus.
 
Wie im Chor fangen die Kinder an, zu rufen.
Sie Rufen nach Vater und nach der Mutter.
Liesbeth hört die Kinder weinen, sie sind allein.
Ihr Mutter Instinkt, - oh die süßen, armen Schlucker.
 
Indes, das Tohuwabohu auf den Hof alle geweckt,
liegt der Fuchs bäuchlings auf einen Ballen Stroh.
Hat dem Huhn die Federn gerupft und Blut geleckt.
Hält das Huhn fest und speist mit Genus, ist froh.
 
Der Fuchs will nach dem Ende des Mahls, verschwinden.
Er hat sich überfressen, passt nicht mehr durchs Loch,
durch dass er gekommen, da nützt kein Strecken, Winden.
Reinecke Fuchs passte nicht durch das Diebesloch.
 
Ich muss einen Verdauungsschlaf halten müssen, -
Danach, bin ich wieder schlang, wie eh' und je!
Ich werde schnell von hier verschwinden müssen.
Zuviel Futtern, war auf keinen Fall, eine Gute, Idee.
 
Geschickt steigt Reinecke die Leiter zum Boden hinauf,
dort wähnte er sich sicher, hier würde man nicht suchen.
Kaum hat er die Leiter erklommen, ging das Scheunentor auf,
Bauer Hein sah die Federn, fing wild an zu fluchen. –
 
Der Fuchs war hier und hat ein Huhn gefressen!
Wart, du, Hühnerdieb, eines Tages, kriege ich dich zufassen!
Was der Bauer gesagt, klang bedrohlich, währenddessen, -
der Fuchs konnte nicht an sich halten, das Mausen zu lassen.
 
Das Quietschen der malträtierten Maus hörte der Bauer,
der schlaue Fuchs hat sich auf den Boden verkrochen!
Er legt sich mit Schussbereitem Flinte auf die Lauer.
Doch ein Fuchs lässt sich nicht so leicht unterjochen!
 
Er schaut und blinzelt durch die Dielenbretter Ritzen.
Im Morgen Schummer sieht er den müden Bauern,
In einem Heuhaufen, im tiefen Schlaf liegend, sitzen –
Oh, du armer, armer Mann, dachte er mit bedauern.
 
Er ließ einen Mausbeinknochen durch die Ritze fallen.
Der Bauer wischte den Knochen aus dem Gesicht.
Ein ärgerliches, undefinierbares Gemurmel, des Missfallens,
selbst im Tiefschlaf verfolgte ihn noch die Tat, des Bösewichts.
 
Wohl drei Stunden hat der Fuchs im Heu geschlafen.
Alle Aufregung der Nacht, - waren wie fortgewischt.
Langezeit konnte er wegen des Bauern, nicht einschlafen.
Doch den Herrn seihst gedankt, er wurde, nicht erwischt!
 
Leise, auf samtenen Pfoten, stieg er Sprosse für Sprosse,
die lange Leiter hinab. Unter der, der Bauer träumend schlief.
Staub war in seiner Nase gedrungen, und wurde zur Hof-Posse
Ein lauter »Hatschi«! Hatschi! Durch die alte Scheune rief.
 
Der Bauer fuhr in die Höhe, der Fuchs viel zu Boden.
Der Schrecken war beiden in die Glieder gefahren.
Hier Enden die nächtlichen, Bauer kontra Fuchs, Episoden!
Für alle Helden dieser Nacht, ein Tusch aus den Fanfaren!
 
*
(16.10.2019) E Storie

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.10.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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