Patrick Rabe

Wiederkunft Christi an wolkenlosen Tagen

 

Du warst der Mond, dein Licht war am Verblassen,

dein Name wies zwar auf die Sonne hin,

doch als ich liebte, musste ich dich lassen,

du starbst, du fandest keinen Neubeginn.

 

Ich aber war verlobt der holden Sonne,

du warntest, dass sie schwarz auch werden kann,

eklipstest sie , ich sah die Hurenwonne

und nahm den Mond zur Frau, als Schutz vorm Mann.

 

Jedoch die Sonne trug nun schwarze Strapse,

ihr Römername machte mich so geil,

der Mond kam Lügen faselnd in die Klapse,

ich gab der Sonne Liebe und mein Teil.

 

Die Monde eiern und die Sonne schwänzt dich,

am Tag verborgen und des Nachts verfickt;

Fridays for future und der Tag bekränzt sich,

du sendest weiter, bist vom Blond entzückt.

 

Und blond und schwarz sind deine Liebesmädchen,

und Mutter stinkt im Ofen, weiß genau:

Ihr Lästern macht zum Schlachtvieh dich im Städtchen,

die Phantasie geht durch, ist man vor Geilheit blau.

 

Und schon ist Sein Gesicht die Sonne,

die Römer schlagen sich an ihre Brust,

die schwarze Deutsche liegt siech in der Tonne,

und sagt, ich hab von allem nichts gewusst.

 

Da schreit er wie ein Irrer in die Ohren,

dass weder Schlaf noch Ohropax mehr nützt:

"Wer sich im Müll verkriecht, ist doch verloren

und wird von keinem Gott beschützt!"

 

Dann rattert er die Nutte wie ein Richter,

die ihren Kram in manchem Haus verbarg,

die Sonne ist der Dunkelheit Vernichter,

doch eigentlich weicht nur die Nacht dem Tag.

 

Die Mutter schreit entsetzt: "Etepetete!

Wenn du ihm Geld gibst, kauft er sich nur Schnaps!

Wenn du ihm Brot gibst, wird er einst dein Gott sein,

gibst du dein Herz, bringt er dich in die Klaps!"

 

Du stöhnst genervt: "Wie oft muss ich noch sagen,

dass Gott nur einer ist, bei Tag und Nacht,

dass nie das Kaiserbild konnt' sich zum König wagen,

aus Angst, ihm würd' der Garaus dann gemacht."

 

"Dass nur der Sünder und die Hure lieben,

was eine Krone trägt aus Dorn und Schmerz,

dass nur das Kind wird niemanden aussieben

und schenkt dem Bettelmann sein Herz."

 

Und du wirst Kind, die Weltensonnen tanzen,

die Mutter flirrt als Spinne "Trump" davon

die Zeit als er noch "Duck" hieß, ist den Wanzen

im Comicheftkarton der schönste Lohn.

 

Erwachsene Gesichter sind aus Plastik,

geschminkt wie Clowns, von Zeitgeistern entstellt,

doch schüttelt manche Hand die heil'ge Spastik,

die von dem Gotteskind in Fleisch und Blut erzählt.

 

 

 

Patrick Rabe, 21. Oktober 2019, Hamburg.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Patrick Rabe).
Der Beitrag wurde von Patrick Rabe auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.10.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Buch von Patrick Rabe:

cover

Gottes Zelt: Glaubens- und Liebesgedichte von Patrick Rabe



Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Glauben" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Patrick Rabe

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Zarte Bande von Patrick Rabe (Liebe)
Fliegen Argumente von Wilfried Claus (Glauben)
Die nette Dame und der Hund von Uwe Walter (Humor - Zum Schmunzeln)