Brigitte Waldner

Schönes Weihnachtsshoppen


Was ich mir voriges Jahr kaufte,
Geschenke für meine Halbschwester und mich:

Weihnachtsengel aus Polyresin,
festlich bemalt mit glitzernden Flügeln,
Räuchermännchen mit Tanne und Holzhaus,
Wichtel mit Augen, befüllte Adventskalender,
Schneekugeln mit Spieluhr, Krippenfiguren,

Schwibbögen und Rehe aus Holz,
moderne Winterlandschaftsbilder,
stimmungsvolle Kunstblumengestecke,
Lebkuchen, Kekse, Marzipan,
Früchtebrot, Stollen, Glühwein,

exklusive Weihnachtskarten, Kerzen,
Servietten mit tollen Weihnachtsmotiven,
Jacke, Haube, Handschuhe, Schal,
Entenkeulen, Lammbraten, Pasteten,
Datteln, Feigen und Nüsse,

Grapefruits, Mandarinen, Früchtebrote,
Rumfläschchen für den Baumbehang,
rote und goldene Glaskugeln,
Futter und Edelstahlnäpfe,
Spielzeug und Kuschelhöhlen

für meine damals noch vier Katzen,
alles kam der Nachbar holen,
mal der Vater, mal der Sohn,
alles haben sie mir gleich gestohlen.
Zu Weihnachten hatte ich nur meine Tränen.

Meinen Christbaum stellte der Räuber vor seine Haustüre,
verzierte ihn mit meinem Lametta und meiner Led-Beleuchtung,
wo er noch nie zuvor einen stehen hatte,
zwei große Tannen brachte er für die Wohnzimmer seiner Tochter und sich,
vom Geld, was er mir klaute. Bisher stahl er junge Fichten im Wald.

Böse Räuber, ich bedauere,
in diesem Jahr bin ich die Schlauere,
habe nichts daheim versteckt,
dass es euch zum Raube weckt,
habe gleich die Kinder überrascht.

Ihr, Räuber, werdet mit Fotos verarscht,
damit ihr seht, was es gab,
auf dass ihr wie die Hunde speichelt.
Meinen Lebkuchen aß ich schon auf.
Räuber, schämt euch, schert euch raus!

Bei den bescherten Kindern wacht ein Hund
und das nicht ohne wichtigen Grund.

Text und Fotos: © Brigitte Waldner

 

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