Wolfgang Hoor

Unterwegs

  1. Eine Weggefährtin

Begegnet mir, ein kleines Mädchen,

hat viel zu große Schuhe an.

Meinst du, fragt das Mädchen,

ob sie groß genug für mich sind?

wahrscheinlich meinst du,

Sage ich, sie sind mir zu groß.

Groß genug, sagt das Mädchen

weil der Weg weit ist und ich noch

wachsen muss.

Ja, sage ich. Gehen wir zusammen.

Ich bin auch unterwegs.

 

 

  1. Die Runzeln im Gesicht des Fischers

Im Nachen ein Fischer.

Die Runzeln seines Gesichts sagen:

 

Die Wasser gehen und ziehen.

Ich sehe den bleibenden Fluss.

Ob du, was du tust,

gehen oder bleiben nennst,

ist Ansichtssache.

 

Die vielen Runzeln im Gesicht des Fischers

lachen.

 

 

 

  1. Zögern

mein grün mein baum mein haus

mein kopf meine seele mein ich

alles was mein heißt

dient

ist

mein Friede.

 

dein Friede, höre ich

ist dein Friedhof.

 

 

4. Gespräch mit einer Säule

Mit einer Säule, aufragend,

Spreche ich über das Gehen und Bleiben.

Sie sagt:

“Bevor du gehst, bleib,

bevor du suchst, wandele dich.

Wandele dich wie ich mich

Wandelte, nachdem ich blieb.”

 

5. Über fließendem Wasser

Einmal kam ich nicht weiter.

Treibende Fluten ringsum.

Letzter Halt: morsches Gehölz.

Tage voll Ungeduld. Angst, bis

Das Strömen innehielt und

Das Wasser blieb.

 

Dann sah ich erstmals im Wasserspiegel

Mein neues Gesicht.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Wolfgang Hoor).
Der Beitrag wurde von Wolfgang Hoor auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.10.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Infinity: Zeitgenössische, zärtliche Lyrik aus Wien - Hietzing von Heinrich Soucha



Mit dem Schreiben und Dichten, ist das so eine Sache.So war ich oft der Meinung, nur lyrisch Schreiben zu können, falls ich mich in einem annähernd, seelischen Gleichgewicht befände, erkannte aber bald die Unrichtigkeit dieser Hypothese.Wichtig allein, war der Mut des Eintauchens.Das Eins werden mit dem kollektiven Fluss des Ganzen. Meine Gedanken, zärtlich zu Papier gebrachten Gefühle,schöpfte ich stets aus diesem Fluss.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Sehnsucht" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Wolfgang Hoor

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Eine unmögliche Liebesgeschichte, Teil 1 von Wolfgang Hoor (Liebe)
Sehnsucht nach dem Meer von Helga Sievert (Sehnsucht)
BLAUE WINDEN von Renate Tank (Wünsche)