Karl-Konrad Knooshood

Was will der Dichter?

Will aufklären,

will belehren?,

Will nur Dampf ablassen,

beschweren?,

Nur lyrisch prassen,

oder in krassen,

Linien, mittels Wortkunst betören?,

will voll Inbrunst den Dunst mehren,

oder Illusionen zerstören,

das Liebgewonnene, Liebliche zerbersten,

oder lieber unter den ersten,

die dem Untergang frönen?,

Möcht' beschönen, verwöhnen,

mit opulenten Kaskaden,

möcht' entwöhnen, schaden,

in Schubladen Schutt abladen,

oder im Specke unter einer Decke mit Maden,

ein fürstlich' Dîner in Spe haben?,

Möcht' Moral untergraben,

das stumpfe Trockenloch ausschaben,

das steinerne Meer aus Eisgefrorenem,

mit eignem Geist verschworen,

 

L'art pour l'art, in artia gratis?,

Gratismutig sperrangelweite Scheunentore öffnen,

die längst offenstehen?,

Um sich selbst willen, kreisen lassen,

im Schaumgeborenen feinspeisen,

berauscht von Bedeutung, in Schwangerschaft gehend?,

Sich treiben lassen eventuell eher?,

Einfach froh, wenn was hängenbliebe?,

 

Was ist es in sich selbst,

fragt sich der bewanderte Laie,

der Werkbetrachter jedoch gleichermaßen wie der Werkbetreiber,

huch!,

Es ist, als ob sie in einen Spiegel sehen und sich gegenseitig ihr Spiegelbild zu erblicken wähnen, dem aber nicht so ist…



(30.10.2019)



Neulich sprach mich jemand, der mich offenbar der Poesie und Poetiktreiberei entlarvt/enttarnt hatte,
mitten auf offener Straße an, auf einer romantischen Verkehrsinsel: "Kleiner Dichter, was nun?" Perplex
antwortete ich eloquent aber zögerlich, zitierte aus all den inspirierenden großen Meisterwerken der
Literatur und des Popliterarischen, aus Film, Fernsehen, Serien und Popkultur, zog die großen Auguren
und Philosophen als meine Leumundszeugen heran, bemühte allerhand Weisheit, darunter
Selbsterkenntnis und Selbsterkanntes, überwiegend jedoch Erlebtes sowie die Weisheiten sich borgend,
die Denker aller Couleur seit Jahrhunderten angesammelt hatten.

Die Frage lautet deshalb: Was will der Dichter/die Dichterin, das Dicht*in? Dichter gesucht m/w/d heißt es
jetzt, "männlich/weiblich/divers"... Was will der Dichter, was will ich, was wollen Poeten und
Hobbyschreiber, was wollen die großen Meister und die Giganten-Geister? Was vermittelt man mal
schnell - zwischen Bushaltestelle und Pommesbude? Was ist angesagt? Was ist hipp mit Dipp? Fragen
über Fragen für den Detektiv des Lebens von Welt. Willst Du es sein? Oder Du? Oder wir? Oder ihr? Oder
Sie, Sir? Sie, Madame?
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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Während eines Berlinaufenthalts lockt eine schöne Unbekannte den Schriftsteller Alexander Veldo in die Räume einer Vernissage. Dort wird er mit einem Bild konfrontiert, das ihn völlig in den Bann schlägt. Am nächsten Morgen ist das Gemälde verschwunden. Die Suche nach dem Bild führt Veldo tief in die faszinierende und vielfältige Welt der Kunst. Im Kunstmilieu selbst begegnen ihm Anne, Julia und Antonie, drei sehr eigenwillige Frauen, mit denen bald ein verwirrendes Beziehungsspiel beginnt. Im Hintergrund des Geschehens agiert der Händler Panduli, der Veldo für seine zwielichtigen Kunstgeschäfte zu nutzen sucht. Veldo macht sich in seinem Auftrag mit Julia auf die Suche nach dem verlorenen Bild. Auf der Reise intensiviert sich das kunstvolle Spiel ihrer Verbindung. Doch bald zerstören Pandulis dunkle Geschäfte die Idylle. Julia verlässt ihn und Veldo lebt kurz mit Anne und dann mit Antonie zusammen. Eine unbestimmte Drohung lastet über den Beziehungen, vor der Veldo nach Ägypten flieht. Vergeblich, denn während einer Schiffsfahrt auf dem Nil treten ihm erneut Anne, Antonie und Julia entgegen und Veldo verliert sich mit ihnen in einer surrealen, Angst erfüllten Traumwelt, aus der er nur mit Mühen entkommt. Schließlich kehrt er mit Anne nach Deutschland zurück, aber ihre Beziehung scheitert erneut. Monate vergehen, die er mit der Verarbeitung und der Niederschrift seiner seltsamen Erlebnisse verbringt. Und eines Tages macht Veldo eine eigenartige Entdeckung.

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