Robert Nyffenegger

Die Frau und das Tier

Die Frau mit Katze oder Hund,
Ist meist als Freundin ungesund.
Die Zeit, sie widmet sie den Tieren,
Selbst wenn du gehst auf allen Vieren
Und machst miau und bellst dazwischen,
Trotzdem wird sie dir nichts auftischen.
 
Sie küsst den Hund, streichelt die Katze
Und ziehst du jetzt `ne dumme Fratze,
Dann sagt sie dir ganz süffisant,
Dass Tiere nicht kochen, ist bekannt
 
Der Hund, der muss auch einmal raus,
Gelegenheit – darfst aus dem Haus.
Das Katzenklo musst du auch putzen,
Das sei zu beiderseitig Nutzen.
 
Das Bett, das teilst du mit dem Hund.
Das sei für alle Teil gesund.
Und willst du einmal Liebe machen,
Der Hund, der sollte draussen wachen.
Ist dem nicht so und er bleibt drin,
Dann bist du ziemlich rasch mal hin.
 
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich nicht auch, ein Tier noch findet.
Und sollt es mal ein Vöglein sein,
Lass rein den warmen Sonnenschein.
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Alle Haiku-Gedichte in "Den Wind jagen" von Heike Gewi sind im Zeitraum von Januar 2008 bis 2012 entstanden und, bis auf einige Ausnahmen, als Beiträge zur World Kigo Database zu verstehen. Betreiberin dieser ungewöhnlichen Datenbank ist Frau Gabi Greve. Mit ihrer Anleitung konnte das Jemen-Saijiki (Yemen-Saijiki) systematisch nach Jahreszeitworten für Bildungszwecke erstellt werden. Dieses Jahr, 2013, hat die Autorin die Beiträge ins Deutsche übersetzt, zusammengefasst und in Buchform gebracht. Bei den Übersetzungsarbeiten hat die Autorin Einheimische befragt und dabei kuriose Antworten wie "Blaue Blume – Gelber Vogel." erhalten. "Den Wind jagen" heißt auch, Dinge zu entdecken, die sich hoffentlich nie ändern. Ein fast unmögliches Unterfangen und doch gelingt es diesen Haikus Momente und zeitlose Gedanken in wenigen Worten einzufangen und nun in dieser Übersetzung auch für deutschsprachige Leser zugänglich zu machen.

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