Adalbert Nagele

Es ist nicht immer fein ein Jägersmann zu sein


Ein Jäger ging mal auf die Jagd,
er schoß kein Wild, war ganz verzagt,
stattdessen traf er eine Magd,
das hat er seiner Frau gesagt.

Die Frau war nicht sehr angetan,
als ihr Mann ohne Wildbret kam,
sie fing sofort zum Schimpfen an,
da ihr die Magd den Mann weg nahm.

„Du bist ein Jäger, ganz ein blöder,
das ganze Dorf spricht über dich,
und du beißt an bei jedem Köder,
beleidigst dadurch auch noch mich.

Ich brauche keinen Schürzenjäger,
verschwinde schnell aus meinem Haus,
nimm mit gleich deine Hosenträger,
denn unsre Ehe, die ist aus.“

So ging er wieder zu der Magd,
und klagte ihr sein Herzeleid,
ging weiter noch auf Schürzenjagd,
da wusste auch die Magd Bescheid.

Die Frauen hatten ihn verstoßen,
da war er weiterhin verdrossen,
er schenkte ihnen rote Rosen,
und dann hat er sich selbst erschossen.


© Adalbert Nagele

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Alle Haiku-Gedichte in "Den Wind jagen" von Heike Gewi sind im Zeitraum von Januar 2008 bis 2012 entstanden und, bis auf einige Ausnahmen, als Beiträge zur World Kigo Database zu verstehen. Betreiberin dieser ungewöhnlichen Datenbank ist Frau Gabi Greve. Mit ihrer Anleitung konnte das Jemen-Saijiki (Yemen-Saijiki) systematisch nach Jahreszeitworten für Bildungszwecke erstellt werden. Dieses Jahr, 2013, hat die Autorin die Beiträge ins Deutsche übersetzt, zusammengefasst und in Buchform gebracht. Bei den Übersetzungsarbeiten hat die Autorin Einheimische befragt und dabei kuriose Antworten wie "Blaue Blume – Gelber Vogel." erhalten. "Den Wind jagen" heißt auch, Dinge zu entdecken, die sich hoffentlich nie ändern. Ein fast unmögliches Unterfangen und doch gelingt es diesen Haikus Momente und zeitlose Gedanken in wenigen Worten einzufangen und nun in dieser Übersetzung auch für deutschsprachige Leser zugänglich zu machen.

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