Ingrid Bezold

Shadow - Bei dir war es Liebe

Die grellen Neonlichter blitzen in den Raum
Dort draußen torkeln Menschen aus der Bar
Schrilles Gelächter stört SIE kaum
Zur späten Stunde sieht SIE nicht mehr klar

Seit Tagen ist SIE hier des Nachts zu Gast
Ein schäbiges Hotel, doch das ist ihr egal
SIE muss ihn finden, unerkannt und ohne Hast
Der Wein betäubt und lindert ihre Qual

Im Fenster spiegelt sich ihr trüber Blick
Mit dunklen Schatten unter leeren Augen
Was war das eben - sein vertrauter Schritt
Im Flattern aufgescheuchter Tauben?

Die Kerle nahm sie, wie sie fielen.
Ein Spielen war es nur,
um sich im Finstren gut zu fühlen.
Da war doch was im Flur...

Sie warf den anderen hinaus.
Saß da, im stillen Zimmer.
Kein Laut hallt durch das Gästehaus.
Nur Stille, wie nachts immer.

Doch dort...die Tür, die sie verschlossen,
schwang auf. ER stand im Licht,
kam nah und näher unverdrossen -
versteinert das Gesicht.

Sie setzt sich kerzengrade auf;
weint leise, sagt: > Verzeih.
Die andren hatten mich zum Kauf
und sind mir einerlei.
Du nicht.<

Er sah nur sie. Sprach auch kein Wort,
das sie würde verstehen.
Sehr viel später war er fort
und winkt ihr noch im Gehen.

Sie leert den Wein, im Winde wehend
und findet sich am Grabe stehend.


(c) Ingrid Bezold & Ralph Bruse
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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