Brigitte Waldner

Begegnung mit der Jugendliebe


Wenn man die Jugendliebe nach fünfzig Jahren sieht,
ertappt man sich beim Denken, wie schnell die Zeit entflieht.
Im jugendlichen Alter, sah er ganz knusprig aus,
kaum ist er über sechzig, macht man sich nichts daraus,

wo ihm die Haare fehlen und auch ein Zahn im Mund,
wird er nicht interessieren, und das hat seinen Grund.
Man musste ihn vergessen, verloren war das Glück,
der Schmerz war überwunden, man blickt gefasst zurück.

Dem Mädchen gab er Abfuhr, dem Alten gibt man Nein,
damit muss er ja rechnen, retourkutschiert muss sein.
Es gibt nichts nachzuholen, dafür ist es zu spät,
man geht an ihm vorüber, fühlt nicht den Blick, der fleht.

Er ist jetzt wohl geschieden, denkt man erbarmungslos,
geschieht ihm recht, dem Lieben, das war verdientes Los,
vielleicht ist er schon Witwer und trauert um die Frau.
Wer macht jetzt seinen Haushalt? Wie geht es ihm genau?

Man wird ihn nicht beknien, nicht früher und nicht jetzt,
man will doch lieber frei sein, man war zu sehr verletzt.
Das wird dem Mann nicht schaden, er ist ja sehr robust,
auf eine alte Liebe hat Frau jetzt keine Lust.

Wer hat es denn verschuldet, dass man nicht anders kann?
Man hat es einst erduldet, jetzt fängt man nichts mehr an.
Er nahm sich eine Blonde, die war auch nur gebleicht,
er glaubte, es ist Liebe, ihr hat sein Geld gereicht.

Man will ihn nicht mehr treffen, es wird nicht mehr gesucht.
Man geht an ihm vorüber, als wär man auf der Flucht.
Einst war er tief im Herzen, geliebt und heiß begehrt,
dann gab es keine Zukunft, er wird nicht mehr verehrt.

Sieht man den Mann im Fernseh‘n, wie er sich präsentiert,
vergönnt man ihm die Firma, die er erfolgreich führt.
Man findet seine Parte, sein Leben war erfüllt,
es fließen keine Tränen, man will nicht mal ein Bild.

© Brigitte Waldner

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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