Inge Hoppe-Grabinger

Eine Brücke in Berlin



Immer schon seit alten Zeiten 
sieht man Dinge von zwei Seiten, 
braucht man Brücken, die verbinden,
um die Mitte doch zu finden.
Sind die Sümpfe zu beschwerlich,
Fenngelände zu gefährlich,
braucht man Götter, die dich tragen,
die nicht nach der Herkunft fragen.

Auf der schönsten aller Brücken,
die dich in Berlin beglücken,
gibt's Tritonen, die dort warten
auf vier Nymphen, nicht so zarten,
dass sie sich auf Pferderücken
an die Sumpfdurchwater drücken.
Doch die Nymphen sind hienieden
je nach Temperament verschieden.

Eine schaut nur melancholisch:
Tritons Fischschwanz ... hyperbolisch.
Eine trägt im Arm ihr Kind.
Triton weiß, wie Mütter sind,
lächelt weise, sanguinisch,
eher Greis und gar nicht zynisch.

Eine stützt sich lässig ganz
auf des Tritons Schuppenschwanz.
Doch cholerisch ist sie nicht,
hat sie doch die Übersicht.

Eine zeigt ein Füllhorn vor.
Alles quillt daraus empor.
Triton dreht sich gar nicht um.
Stiert ... phlegmatisch oder dumm?
...
Lächelnd gibt die Brücke preis:
Sie weiß nichts, was man nicht weiß....
Dennoch mag ich sie so sehr
und komm gerne zu ihr her.


24. Nov. 2o19 - ihg

Die Brücke mit dem vier Tritonen und den vier Nymphen
steht in der Nähe des Rathauses von Schöneberg in
Berlin.  Es heisst, dass es  um die vier Temperamente geht,
aber  als Betrachter  hat man Mühe,  diese vier Temperamente den
Tritonen bzw. den Nymphen zuzuordnen.

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