Heinz Werner

Wutgedicht

Am Anfang schien es gut zu laufen,
man musste nicht die Haare raufen.
Die Kanzlerin war überall, weltweit ein
Ruf wie Donnerhall. Sie galt als mächtig,
schlau und clever, das Machtspiel konnte keiner
besser. Die Wirtschaft lief, das Volk zufrieden,
kein Konkurrent konnte mehr bieten.
Es war so einfach zu regieren, kein Grund also
zu opponieren. Die Partei blieb bei der Stange,
kein Mitbewerber hielt sich lange.
Für Probleme, groß und klein, gab,s Alternativen,
oh wie fein.

Doch dann kam,s dicke, oh welch Schreck,
die Kanzlerin duckte sich weg.
Ob Griechenland, ob Energie, ob Klima
oder Migration, viel Hektik, alles ohne Plan,
es fehlte einfach die Vision.
Alternativlos war das Wort, für alles und für
jeden Ort. Einfach warten und dem Mainstream folgen,
für gute Regierungen hat das nie gegolten.
Nicht ehrlich zu nennen die hohen Kosten,
betrügt zwar das Volk, aber rettet Posten.
„Wir schaffen das“ tönte sie einst, man fragte nur,
wer, wer soll das richten. Die Kanzlerin? Mitnichten.
Statt für Werte zu kämpfen und Rückgrat zu zeigen,
bleibt man in der Koalition und zieht es vor zu schweigen.
Man will ja regieren und schluckt jede Kröte,
in der Opposition wär,s nämlich einsam und öde.
Man findet plötzlich vieles gut, um nein zu sagen
fehlt der Mut, man will ja nicht riskieren,
noch mehr Wähler zu verlieren. Im Ausland freut
man sich geschwind, weil wir nun nicht mehr besser sind.
Vom Anfangsglanz ist nichts geblieben, die Kanzlerin
nur noch getrieben. Schade, dass es so enden muss,
kein Neuanfang, nur noch Verdruss.
Führungslos, so muss es heißen, alternativlos – ein altes Eisen.

.Kleine Anmerkung zum Nachdenken:
„Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen“
(Ich glaube, es war Abraham Lincoln)

Heinz Werner (Dez. 2019)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.12.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Stream of thoughts: Stories and Memories – for contemplating and for pensive moments (english) von Heinz Werner



Do we know what home is, what does this term mean for modern nomads and cosmopolitans? Where and what exactly is home?
Haven't we all overlooked or misinterpreted signs before? Are we able to let ourselves go during hectic times, do we interpret faces correctly? Presumably, even today we still smile about certain encounters during our travels, somewhere in the world, or we are still dealing with them. Not only is travveling educating, but each travel also shapes our character, opens up our view for other people, cultures and their very unique challenges.
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