Adalbert Nagele

Die Tanzbettlerin

An jedem Donnerstag einmal,
ist in der Großstadt es der Fall,
ein Tanzlokal, es ladet ein,
denn auch Bewegung, das muss sein.

Im Technosound, da dröhnen Lieder,
das Hämmern schlägt sich auf die Glieder,
um dich herum ein Wirbeltreiben,
am liebsten würd' man sitzen bleiben.

Elektrisch überzüchtet Phon,
Gespräch unmöglich, Schreie schon;
die Köpfe, nicht bereit zum Kuss,
drehn sich im wilden Tanzrhythmus.

Den Salsa-Tanz und Bachada als Krone,
tanzt man am besten, Partner-ohne;
ein ungeordnet' Tanz und Körperleben,
das bringt die Tanzenden zum Beben.

Die Tanzbettlerin, sie wartet herum,
bis dass ein Tänzer sieht nach ihr sich um,
oft wartet sie sehr lange auf den Mann,
mit welchem sie ihr Tanzbein schwingen kann.

Beim Tanz vergisst sie Einsamkeit, die sie umhüllt,
der Tanz allein, die Leere ihres Herzens füllt;*
mit leichtem Herzen denkt oft gerne sie zurück,
für kurze Zeit, da fand auch sie ihr Lebensglück.


Ein Gemeinschaftswerk von Daryouch Kavoussi & Adalbert Nagele

*Sie vergisst für kurze Zeit die Einsamkeit, die sie umhüllt.
Allein der Tanz die Leere ihres Herzens füllt.
Diese zwei Zeilen stammen aus Roswitha Beyer's Gedicht
"Die Tänzerin".

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