Adalbert Nagele

Die Tanzbettlerin

An jedem Donnerstag einmal,
ist in der Großstadt es der Fall,
ein Tanzlokal, es ladet ein,
denn auch Bewegung, das muss sein.

Im Technosound, da dröhnen Lieder,
das Hämmern schlägt sich auf die Glieder,
um dich herum ein Wirbeltreiben,
am liebsten würd' man sitzen bleiben.

Elektrisch überzüchtet Phon,
Gespräch unmöglich, Schreie schon;
die Köpfe, nicht bereit zum Kuss,
drehn sich im wilden Tanzrhythmus.

Den Salsa-Tanz und Bachada als Krone,
tanzt man am besten, Partner-ohne;
ein ungeordnet' Tanz und Körperleben,
das bringt die Tanzenden zum Beben.

Die Tanzbettlerin, sie wartet herum,
bis dass ein Tänzer sieht nach ihr sich um,
oft wartet sie sehr lange auf den Mann,
mit welchem sie ihr Tanzbein schwingen kann.

Beim Tanz vergisst sie Einsamkeit, die sie umhüllt,
der Tanz allein, die Leere ihres Herzens füllt;*
mit leichtem Herzen denkt oft gerne sie zurück,
für kurze Zeit, da fand auch sie ihr Lebensglück.


Ein Gemeinschaftswerk von Daryouch Kavoussi & Adalbert Nagele

*Sie vergisst für kurze Zeit die Einsamkeit, die sie umhüllt.
Allein der Tanz die Leere ihres Herzens füllt.
Diese zwei Zeilen stammen aus Roswitha Beyer's Gedicht
"Die Tänzerin".

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Adalbert Nagele).
Der Beitrag wurde von Adalbert Nagele auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.12.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Ein Tiger schleicht durchs Puppenhaus von Florian Seidel



Rapunzel in Puppengesprächen, Adoptivkinder auf Zeitreisen, Fragebögen, Bekundungen am Bauch der Sonne. Rätsel und Anspielungen, die uns, an Hand scheinbar vertrauter Muster, in die Irre führen. Florian Seidel hält seine Gedichte in der Balance zwischen Verschweigen und Benennen, zwischen Bekanntem und Unbekanntem. Jeden Augenblick könnte alles aus dem Gleichgewicht geraten, uns mitreißen, uns enden lassen in einem Augenblick der Verwirrung. Die in dem Gedichtband „Ein Tiger schleicht durchs Puppenhaus“ versammelten Texte schildern Suchbewegungen. Glückspiraten, Tiger, Jäger und andere Unbehauste in jenen Momenten, da die Realität Schlupflöcher bekommt und wir uns selbst im Spiegel sehen. Ein ungewöhnlich großes Sprachgefühl und vor allem die Bildhaftigkeit machen die Qualität dieser Lyrik aus.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (5)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Gemeinschaftswerke" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Adalbert Nagele

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Naturimpressionen von Adalbert Nagele (Natur)
mmmh, was bist du lecker von Marija Geißler (Gemeinschaftswerke)
Zeit vergessen von Heino Suess (Beziehungen)