Brigitte Waldner

Geklaute Fliesen made in Italy


Im Eingang meines Nachbarn liegen Fliesen,
die hat mein Stiefvater für uns bezahlt,
ich musste sieben Mal mit Auto liefern,
die schwere Fracht zu stehlen kam der Nachbar bald.

Die gleichen Fliesen, wie bei uns verlegt,
man kann sie auf dem Ex-Wohnsitz vergleichen,
wo ist mein Vorrat, den der Dieb verträgt?
Für Stiege und zwei Böden muss er reichen!

Ein Fliesenleger war privat bei Räubern.
Hat er die Fliesen damals dort verlegt?
Womit beschenkte er die Raubkomplizen?
Die leben ja auch gerne sehr gepflegt.

In Ocker, Rost, schattiert, in Relief und glatt,
wer traute sich die Fliesen zu verlegen?
Quadratisch und rechteckig, die er hat,
was sie jetzt kosten, müsste er mir geben.

Drei Sorten Fliesen wurden hier gestohlen,
die fliegen doch nicht einfach durch den Wind.
Ich hätte einem Kiwara empfohlen,
dass er mal nachschaut, wo die Fliesen sind.

Er braucht dazu vom Richter die Erlaubnis,
ansonsten wird Durchsuchen kritisiert.
Er schaut nicht nach und tut, als ob er taub ist.
Die Schwere des Delikts hat nicht berührt.

Der Räuber ist der Held der Kiwarei,
sie schützen seine Taten seit Jahrzehnten,
ich bin das Opfer von der Kiwarei,
es kam mir vor, als ob sie mich verhöhnten.

Ein Räuber klaut hier frei und angesehen.
Wer glaubt da noch an Ordnung, Recht und Glück?
Hier ist das Böse Tag und Nacht geschehen,
man sagt, am besten denkt man nicht zurück.

Lässt man dem Dieb die Beute nicht für gut,
bekommt man mit so manchem hier Probleme,
wenn man sich wehrt, was jedes Opfer tut,
entartet das Verhör in das Extreme.

Sie sagen, dass das Opfer Täter wäre,
verhören Stunden länger als erlaubt,
verletzen jedes Opfer in der Ehre,
am Ende ist der Freiheit es beraubt.

Text: © Brigitte Waldner

 

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