Gabriele Förster-Wöbke

Moin, Moin! (SONGTEXT - ein neues Hamburg-Lied)

(1)      g  a  /  a a a a / g f g g  / a  g /
(2)      f   g  /  g g g g / g g a d / c  d /
(3)      a a a a / a a g f / g g a g /
(4)      g g g g / g g g g / a d c d /

 

(1.) Moin, Moin! - Einma' Latte und 'n Rundstück dazu.
(2.) Moin, Moin! - Will zur Arbeit, meine Bahn fährt im Nu.

(1.) Moin, Moin! - Einma' Pommes, ach, ich nehm' mal rot-weiß.
(2.) Moin, Moin! - Hast d' 's gelesen in der Mopo? - So 'n Scheiß.

(3.) Hamburch hat schon immer seinen eigenen S(ch)nack,
(4) den weltweit wohl sonst so keine Hansestadt hat.

(3.) Ohne viel Gesabbel sacht man hier einfach „Moin“,
(4) das bedeutet Tach und Nacht: „Scheun' Tach noch, mein Froind.“

Moin, Moin! - Einma' Latte und ….

Stehst du an der Elbe, siehst du manch' großen Kahn,
da kannst du nur raten, wo denn der wohl her kam.

Flaggen vorn un' achtern, die hast du nie geseh'n,
auch auf diese Art lernst du die Welt zu versteh'n.

Moin, Moin! - Einma' Latte und ….

Sitzt du in der Schanze – Sommer – Ü30 Grad,
hat sich Hamburch direkt mit dem Süden gepaart.

Multikulti ist das Essen und auch der S(ch)nack.
Hier trifft man sich ohne Tüll und ohne viel Lack.

Moin, Moin! - Einma' Latte und …...
 

Bummelst du am Samstag nur an dem Neuen Wall,
siehst du Hamburchs Hautevolee doch glatt überall.

Junge Leute – manche sind auch schon hochbetacht -
doch glaub' dran, hier wird nicht nach dem Dress-Code gefracht.

Moin, Moin! - Einma' Latte und …...

Sonnabends ist auf dem Kiez so richtich 'was los,
doch du fragst, was macht man denn an so 'n Abend bloß.

Nach 'ner Kiez-Tour liegst du dann den halben Tag lang,
kommst erst in die Gänge beim Bäcker - breit im Gang.

Moin, Moin! - Eine Schinken und 'ne Knolle dazu.
Moin, Moin! - Will nach Hause, meine Bahn fährt im Nu.

Moin, Moin! - Einma' Pommes, ach, ich nehm' mal rot-weiß.
Moin, Moin! - Hast d' 's gelesen in der Bild? - Was fürn Scheiß.

Altkluch, doch von Arroganz gibt 's hier keine Spur,
denn wir seh'n den Rest der Welt in Miniatur.

So ist auch die Wildnis für uns nicht unbekannt,
ohne Bange füddern wir Giraff'n midda Hand.

Moin, Moin! - Eine Schinken und ...

Beim perfekten Dinner gibt 's hier auch viel Applaus,
nach Mord aus Spaß. – – Auch das Licht bleibt mal aus.

Kultur ohne Ende, sei davon nicht geschockt,
denn manchmal sind die Deerns -- auch ganz ohne Rock.

Moin, Moin! - Eine Schinken und ...

Bist du nicht sehr heilich, na, dann geh' doch aufs Feld,
da wird dreimal jährlich Attraktion hinbestellt.

Läufst du durch die Irre dort, so ganz ohne Plan,
dann fahr'n die Geister schließlich mit dir Achterbahn.

Moin, Moin! - Eine Schinken und 'ne Knolle dazu.
Moin, Moin! - Halt den Sabbel, lass mich doch ma' in Ruh.

Moin, Moin! - Einma' Pommes, ach, ich nehm' mal rot-weiß.
Moin, Moin! - Will nach Hause, hab' kein Bock auf den Scheiß.

Ob Pauli oder HSV, das ist einerlei,
der Hamburger bleibt immer nur den einen treu.

Drum schlägt sein Herz beharrlich nur für seinem Verein,
auch wenn er manchmal denkt: „Das ist doch zum Wein'.“

Moin, Moin! - Das war Latte, doch der nächste geht rein!
Moin, Moin! - Daumen hoch für uns'ren Fußballverein!

Moin, Moin! - Das war Abseits, doch versuch`s gleich noch mal!
Moin, Moin! - Seid nicht bange, Jungs, macht euch nicht so schmal!*

(*  für später: und holt den Pokal)

Moin, Moin! - Komm, den hälst du, denn wir glauben daran!
Moin, Moin! - Zeig mal allen, was der Torwart so kann!

Moin, Moin! - Lauft nach vorne, Jungs, bleibt nicht auf der Stell'!
Moin, Moin! - Keine Angst, denkt dran, ihr seid ziemlich schnell!

Moin, Moin! - Bleibt schön hinten, da kennt ihr euch gut aus!
Moin, Moin! - Deckt den Mann gut, denn wir woll`n nicht nach Haus'!


Und Tschüss!
© 11.01.2020 Gabriele Förster-Wöbke


Melodie : G-Schlüssel, 4/4
(1)      g  a  /  a a a a / g f g g  / a  g /
(2)      f   g  /  g g g g / g g a d / c  d /
(3)      a a a a / a a g f / g g a g /
(4)      g g g g / g g g g / a d c d /

Ein paar Erklärungen für Nicht-Hamburger:

- Latte = Latte Macchiato (erst später im Text = Latte vom Tor)
- Rundstück = Brötchen
- Hast d' 's gelesen = Hast du es gelesen = erschütternde Schlagzeilen; auch Klatsch und Tratsch oder Nonsens
- Mopo = Hamburger Morgenpost
- Schnack = gemütliche Plauderei, Unterhaltung - auch abwertend: leeres Gerede, Unsinn, Geschwätz (Wenn der Hamburger "über den spitzen Stein stolpert", lässt er beim "Schnack" das "ch" weg)
- Gesabbel = dummes Gerede
- achtern = hinten
- Schanze = Schanzenviertel (Hamburger Stadtteil)
- Neuer Wall = heute Geschäftsstraße in der Hamburger Neustadt, nähe Jungfernstieg
- Hautevolee = vornehme Gesellschaftsschicht (meist spöttisch gemeint)
- Sonnabend = Samstag
- Kiez-Tour = Tour über die Reeperbahn, St. Pauli
- in die Gänge kommen = in Schwung kommen, aber auch: ins "Gängeviertel" kommen (ursprünglich eng bebaute Wohnquartiere in einigen Teilen der Altstadt und Neustadt - heute gibt es noch einen kleinen Rest vom "Gängeviertel", dazu gehört die Straße "Bäckerbreitergang")
- breit = betrunken
- Schinken = Schinkenwurst vom Grill
- Knolle = kleine braune Bierflasche
- Miniatur = hier Synonym für "Miniatur Wunderland Hamburg", der »größten Modelleisenbahn der Welt« in der Speicherstadt
- Wildnis = hier Synonym für "Tierpark Hagenbeck" (Hagenbecks Tierpark)
- nach Mord aus Spaß = hier Synonym für "Krimidinner Hamburg"
- Licht bleibt mal aus = hier Synonym für "Dinner in the Dark"
- Deern = Mädchen; hier aber auch als Synonym für "Dirne" (= Prostituierte)
- dreimal jährlich Attraktion = "Hamburger Dom" (Rummel, Jahrmarkt) auf dem "Heiligengeistfeld" (Gebiet im Hamburger Stadtteil St. Pauli, ca. 20 Hektar großes Veranstaltungsgelände)
- durch die Irre laufen = hier Synonym für "Irrgarten" (Hamburger Dom)
- Sabbel = Mund
Gabriele Förster-Wöbke, Anmerkung zum Gedicht

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