Renate Tank

DIE NUSS

DIE NUSS

Eine Walnuss fuhr Bus
mit reichlich Genuss.
Es war kein Muss:
sie sprang aus einer Tasche,
das war ihre Masche.

Trotz zwei „Gehirnen“
hinter der Schale

war ihr Verstand
eher der schmale.

Er gab ihr ein:
Komm, spring‘ ins

volle Leben hinein,
sonst wird dein Gesichtsfeld
einseitig sein!

Sie bekam Lust
- anderen aber wurde 

das bald zum Verdruss.

Wenn dieser Bus 
sich im Stoppen befand,
rollte die Nuss kurzerhand
vor oder unter Füße.
Das waren keine
erwünschten Grüße!

Nicht nur einer
rutschte daraufhin aus.

Ein richtiger Tumult begann.
Sie rempelten einander an.
Eine fragwürdige Suche
man am Boden ersann.

Der folgten ungeziemte Worte,
die kamen nicht so heiter an!

Das Nüsschen, das kleine,
bekam noch schnellere Beine.
Es musste sich retten
in dem Gedränge,
denn eine Bedrohung
erwuchs aus der Menge.

So mancher Schritt
teilte sich ihm heftig mit!

Und auch die junge Frau
mit ihrem To-Go-Kakau,
sorgte für etwas Radau,

denn in all dem Trubel
übergoss das Getränk
den geliebten Pudel
einer äußerst koketten Nudel.

Sofort wurde es laut,
denn niemand war erbaut,

dass zu allem Übel
noch ein Hund laut jault…

Der Nuss wurde das zu viel.
Sie hatte nur noch ein Ziel:
Raus aus der Menge,
da sind zu viele Zwänge!

Und so hat sie sich sogleich
beim Fahrer versteckt

und hoffte innig,
sie bleibt unentdeckt.

Bewegungslos
wartete sie auf eine Wende.

Das war ihr 
ENDE.

******

Manches im Leben,
nach dem wir streben,
geht offensichtlich
auch daneben.

© Renate Tank
23.10.2019
 

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