Horst Fleitmann

Ob erst das Huhn oder das Ei... das ist doch völlig Ei-nerlei

 

Im Grund‘ dreht sich doch alles nur
um das Vermehr‘n in der Natur.
So wird der Terminus „Natürlich“
vom Dichter gern genutzt. sati(e)risch.
Wie nun die Folgeverse zeigen,
schließt sich fürs Federvieh der Reigen.

Ein Hahn flog nachts mit Überschall
in einen vollen Hühnerstall.
Die Lust hat vollends hat ihn gepackt:
Fast alle Hennen saßen nackt
auf Stangen dort in Reih und Glied
gespannt darauf was nun geschieht.

Dass dieser Hahn begatt-bereit
war ungewöhnlich (um die Zeit),
doch blieb's dem Kerle unbenommen
wann's ihn beliebt zum Stall zu kommen.
Infolgedessen hielt man still
weil in der Regel er's so will.

Dem Hahn, der ält‘rer Bauart war
schwoll grad der Kamm. Da wurd ihm klar,
dass er nicht alle könnt beglücken.
Wollt ums Geschehen sich drum drücken.
Ja, selbst die Hühner fragten sich,
ob der sonst arge Wüterich

der heut müd‘ auf der Stange saß
denn auch genug Potenz besaß.
Die Damen schienen arg betroffen:
Sie sah’n: Der Kerl war sturzbesoffen.
Was tuen Hennen dann, geschwind,
wenn Hähne mal betrunken sind?

Ein Jedes legte schnell ein Ei,
den Rest des Tages hatten's frei.
Und ohne großes Federlesen
ist‘s für den Hahn auch schon gewesen.
Wie konnte es auch anders sein:
Er flog zurück ins Alt-Hahn-Heim

Und die Moral von solch Geschichten?
Die wundert mich und euch mitnichten:
Ist in die Jahre man gekommen,
hört nicht das Wollen wirklich auf.
Es wird das Können nur genommen.
Man kommt als alter Hahn nicht drauf.

© Horst Fleitmann 2020

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