Brigitte Waldner

Geister im Haus


Ich saß im toten Winkel
in meinem kleinen Haus,
und hörte die Stufen knarren
und schaute nicht hinaus,
als ging wer über die Treppe,
so hörte es sich an,
ich dachte an die Katze,
hört die sich laut heut an,

so laut wie adipöse Körper,
erst ging er die Treppe hinauf,
es dauerte zwanzig Minuten,
dann kam er wieder herab.
und ging zur hinteren Türe.
Ich schrieb an einem Gedicht,
ich dachte an meine Tiere
Geräusche kontrollierte ich nicht.

Ich hörte den Boden knarren
im ersten Stock über mir,
wo deutliche Schritte waren,
als wären Geister hier.
Ich glaubte nicht an Geister,
man denkt ja positiv,
die Räuber wurden dreister,
dass einer meinen Namen rief.

Perücken meiner Mutter
trugen sie am Kopf,
die meine Mutter brauchte,
nach Haarausfall bei Krebs.
Ich schaute durch das Fenster,
im Garten lief ein Licht,
da war es spät und finster.
Das glaubt die Kiwarei nicht.

Bis eines nachts dann endlich
ich beide Räuber sah,
es war der Nachbar Rudi
mit einer Stirnlampe da,
begleitet von dem Vater,
der stand in meinem Raum,
direkt vor meinem Bette,
es war bestimmt kein Traum.

Ich dachte, dass ich sterbe,
die bringen mit jetzt um,
sie plünderten mein Erbe.
Vor Angst gelähmt und stumm,
unfähig, mich zu wehren,
rief ich die Kiwarei.
Statt Diebstahl aufzuklären,
fingierten sie Träumerei.

Man hat sie wohl bestochen,
mit Geld von mir geklaut,
nach Jahren und nach Wochen,
hab ich auch das durchschaut.
Versuch ich mich zu wehren,
erledigen sie mich,
man kann sie nicht bekehren,
ihr Opfer bleibe ich.

© Brigitte Waldner

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.01.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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