Andreas Vierk

Tropfenbrücke



Siehst du dich selbst gespiegelt in den linden
Libellenflügeln, tief im lauen See,
schmilzt dein Gesicht, als wäre es aus Schnee,
beginnen Mund und Augen zu verschwinden –

dann wisse: alles Wasser liegt in dir
und du, zerteilt in Flügeln und Facetten,
in Sonnenstrahlen und in Tropfenketten,
bist Brücke, ausgespannt vom Dort ins Hier.

Wenn du als Reh durch deine Welle springst,
durch deinen Spiegel als ein Pendel schwingst,
dann gilt’s die Brücke mutig zu beschreiten.

Sie spannt sich wie ein steigender Delfin,
will dich in deine Spiegeltiefe ziehn
und wird als Liebe dich hinein begleiten.




 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.01.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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