Ann-Kathrin Heine

Ich sehe dich

Ich sehe dich.

Ich sehe dich,

aber dein Aussehen mein ich nicht


Ich mein nicht deine Art zu gehen,

nicht deine Art mich anzusehen 

 

Ich sehe dich

 

Ich sehe was du bist,

wonach du strebst,

was du willst und 

wofür du lebst

 

Und doch sehe ich dich nicht


Ich sehe nicht,

woran du denkst, bevor du einschläfst, 

frage mich, ob du erkennst,

dass ich innerlich entzweigeh‘,

denn ich weiß eh,

dass wir uns immer wieder nur im Kreis drehen,

 

Aber ich will sehen

 

Ich will die Farben sehen,

für die andere zu blind sind,

den Kurs aufnehmen, auf dem der Wind 

dich voranbringt, gedanklich

den Weg gehen, der uns zwei 

zusammenbringt

 

Ich sehe dich,

aber dein Aussehen mein ich nicht

 

Ich mein nicht 

deine wunderschönen Augen,

und manchmal könnt ich glauben, 

dass sie mir die Luft zum Atmen rauben, 

wenn ich mir einen kurzen Augen-Blick erlaube 

 

Ich sehe dich und du siehst mich 

 

Und es ist als flögen hunderttausend weiße Tauben in das Morgengrauen

und ohne dich sind die Morgen grau,

meine Ohren taub und die Worte rau 

 

Ich sehe dich 

und du siehst mich 

 

Und es ist als bleibt die Welt kurz stehen,

als hört die Erde kurz auf sich zu drehen 

und für diesen einen Augenblick 

scheinen Gesetze der Ekliptik völlig nichtig 

 

Ich sehe dich

aber dein Aussehen meine ich nicht

 

Ich mein den Schmerz, den du verborgen hältst,

die Angst vor dem Aufprall, wenn du fällst, 

wie dein Verstand dich führt, 

doch dein Herz sich dagegenstellt, 

sich in Bewegung hält, um nicht zu stagnieren,  

um den Kampf mit dem Verstand nicht zu verlieren 

 

Ich sehe dich 

aber dein Aussehen mein ich nicht

 

Ich mein das, was du von Innen bist,

all das Gute und auch das, 

was dich innerlich zerfrisst

wenn du allein bist, geteilt bist, 

weil dein Herz und Verstand sich nicht einig sind 

 

Ich seh dich

und auch wenn du mich nicht siehst

 

die Augen vor dem verschließt,

was direkt vor dir liegt,

seh' ich dich in deiner Gänze, 

deinen Farben, deinen Wänden,

die wie Mauern das umgrenzen,

das in Bänden zu mir spricht 

 

Ich sehe dich

 

Ich wünscht' nur du hättest meine Sicht,

sähest nur einen Bruchteil deines Lichts 

und deshalb ist das hier dein Gedicht, 

denn ich sehe es als meine Pflicht,

dir zu sagen, welche unbeantworteten Fragen

mich seit unzählbaren Tagen plagen 

 

Darum ist es unumgehbar

dich ganz eindeutig zu fragen:

 

Siehst du auch mich? 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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