Patrick Rabe

Für Tom Liwa (drei Gedichte)

 

Ich wünsch dir die Sonne

 

Als ich mal bei Frau Hedi war,

drei Tage nach Tom Liwas Konzert,

da bebte das Ponton "Gefahr!"

und mein Mund sagte: "Du bist es mir wert!"

 

Auch ich bin einer, der sie liebte,

vielleicht sogar der erste insgeheim,

doch während sie den Sand aussiebte,

sah ich dort Menschen fallen in den Leim.

 

Ich bin nur einer ganz am Ende,

der nicht viel tun, nicht alles sehen kann,

nur eines vor der Zeitenwende:

Frau ist 'ne Frau und Mann ein Mann.

 

 

© by Patrick Rabe, 2. Januar 2020, Hamburg.

 

 

Warum es sich aus der Asche so schlecht murmelt

 

Ein Blick, wenn Helden einer Jugend fallen.

Zwei Blicke, wenn die Liebste einen Zug besteigt.

Drei Blicke, wenn dasselbe Lied gilt allen.

Und tausend Blicke, wenn das Land sich rechtsrum neigt.

 

Ein Wunder muss es sein, wird Eis noch tauen,

das tausend Jahre einfror einen Brand.

Nur Demut kann es wagen, so zu schauen,

dass sie die Sonne vor dem Feuer fand.

 

Ich liebe dich, ich liebe deine Lieder,

sie gaben mir in dunklen Stunden Kraft.

Ich wünsch uns, sehen wir uns wieder,

den Blick in Gnade, der Versöhnung schafft.

 

 

© by Patrick Rabe, 2. Januar 2020, Hamburg.

 

 

Wie Eva das Reden lernte

 

"Du schreibst Gedichte? Wie romantisch! Ich bete Dichter an!"

 

"Kannst du mir zeigen, wie man das macht? Ich möchte auch mal ein bisschen dichten! Du kannst ja währenddessen den Abwasch machen!"

 

"Verpiss dich, du Jammerlappen! Männer, die Gedichte schreiben, sind ja wohl oberpeinlich, Romantik mochte ich noch nie! Wo ist das monatliche Geld für unsere gemeinsame Tochter? Ach, und übrigens, übermorgen erscheint mein erster Gedichtband bei einem großen Verlag!"

 

© by Patrick Rabe, 2. Januar 2020,

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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