Patrick Rabe

Abfahrt ins Unbekannte

 

Die tastenden Hände, sie finden mich nicht,

Gedanken an Liebe, sie binden mich nicht.

Phantome der Schuld, wie ein elftes Gebot,

schießen plötzlich empor, schauen in meine Not.

Gestern war'n es noch Mörder, wollten mich abservieren,

heute sind's wieder Freunde, winseln auf allen vieren.

Reichen Krüge voll Wein, pudern mir meine Wangen,

werden würdelos, wollen noch einmal anfangen.

Ekel über die Menschheit reihert aus meinen Poren,

überschauend die Hölle, in der ich geboren.

Und ich lache und trete und springe ins Licht,

meine Braut, küsse mich auf das verdammte Gesicht.

 

© by Patrick Rabe, 8. Februar 2020, Hamburg.

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Gottes Zelt: Glaubens- und Liebesgedichte von Patrick Rabe



Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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