Renate Tank

HAUT AN HAUT


HAUT AN HAUT


Unverhofft betrittst du meinen Traum,
und alles fühlt sich wie damals an. 
In meinem Erstaunen kreist du dann.
Wir berühren die vertraute,
ganz innige Bahn.
Kaum fühle ich mich glücklich,
schickst du dich an,
das Traum-Geschenk zu verlassen.
Und die Ewigkeit beginnt erneut, 
dein geliebtes Bild zu fassen.

***

Es wurde also wahr...
Haut an Haut liegen wir da.
Dem anderen völlig ergeben.
Zwei Seelen,
dem Sog der Liebe erlegen
im unverhofften Nah‘.

 

Wo bist du so lange gewesen?
Hast du meine Rufe

niemals vernommen?
Beklommenheit nur tropfte
ins Leben - ohne Sonnen.

 

Und nun schwinge ich
in deinem Atem.

Kann deine Berührungen
kaum erwarten.
Spiralen emotionaler Farben
ergreifen uns, reißen uns
in den anderen hinein:

 

Erschütterung
Beben

Auflösung im Sein

***

Dem Nachttraum schmerzlich entrissen
- der kalte Tag holt mich ein…

 

© Renate Tank
09.02.2020

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.02.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Das kleine Mädchen Brigitte wächst wohlbehütet in einer Großfamilie im katholischen Oberschlesien auf. 1938 siedeln die Eltern mit Brigitte nach Kiel um. Dort wird Ihre Schwester Eva-Maria geboren. 1939 beginnt der Krieg und Kiel wird besonders gebeutelt. Entsetzliche Jahre für das kleine Mädchen. Tag und Nacht Bombenangriffe. Hungersnot und immer die Angst um den Vater. Das Mädchen ist seelisch in einem so schlechtem Zustand, dass die Eltern Brigitte nach Oberschlesien zur Schwester der Mutter schicken. Dort wird sie eingeschult und geht auch in Schomberg zur ersten heiligen Kommunion. In den nächsten Jahren pendelt sie hin und her. Kinderlandverschickung nach Bayern, Kriegserlebnisse in Kiel, danach wieder zurück nach Oberschlesien zur Erholung. Dort aber hat sie große Sehnsucht nach ihrer Schwester und den Eltern und fährt deshalb Weihnachten 1944 nach Kiel zurück. Das ist ihr Glück, denn im Januar 1945 marschieren die Russen in Beuthen ein.
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