Horst Werner Bracker

Rebecca - walpurgisnacht -

Rebecca – walpurgisnacht –
 
Ballade
 
Das letzte Spiel
 
Schnee liegt auf Wegen und Pfaden.
Still und verhalten ist mein Schritt.
Rebecca hat zum Musikabend geladen.
Bär, mein Hund, geht an meiner Seite mit.
 
Oft, und immer gern, waren wir ihre Gäste.
Bär kennt das Herren-Haus im grünen Hag.
Aus den Tasten zauberte Rebecca das Beste.
Balladen, die selbst, Hund Bär gerne mag!
 
Aus des Mondes Schatten tritt ein Mann hervor.
Denn breitkrempigen Hut, tief ins Gesicht gezogen.
Am Hut pendelt eine weiße Taubenfeder, hin und her.
Aus seinem Munde sprudeln dramatische Monologe.
 
Wie im Lauf, zur Säule erstarrt, - bleibt Bär stehen.
Er presst seinen Kopf an meine kalten Beine.
Phosphoreszieren, ist in seinen Augen zu sehen.
Ein Leises wimmert, wie Furchtsames, weinen.
 
Ein kalter Windhauch, dann ein lautes Krachen
Blaue blitze erhellen den Wald, ein Donnerhall!
Fernes Gemurmel, dann ein boshaftes lachen -
Wilde Musik, Fußgetrampel, wie beim Maskenball.
 
Der Übermut steigert sich zur Groteske des Bösen.
Eulen rufen schaurig durch das dunkle der Nacht.
Als würden sich die Sterne vom Himmelzelt lösen.
Und stürzten als Sternschnuppen, ins Dunkel der Nacht.
 
Als fiele ein Engelhaar, sanft, schwebend zur Erde
Und des Mondlichts golden Schimmer küsst die Stille.
Ein blondes Mädchen, begleitet den Faun zu Pferde.
Der ritzt in der Weide, Saft tropft aus der Saftrille.
 
Die stille Harmonie des Weges hat sich chaotisiert.
Seltsame Geräusche disharmonieren mein Empfinden.
Vorfreude auf das Konzert wird durch Unbehagen lädiert.
Meine Ahnung, - das Konzert findet nicht stattfinden! –
 
Ein diffuses Geschehen will ergründet werden!
"Aurora Boreales", der Göttin "Aurora" inszeniert.
Der nördliche Horizont zerfällt in bunte Glasscherben.
Eine Einmaligkeit: Aurora mit Deutschland fusioniert!
 
 
Energetische Nebel legen sich über das weite Moor,
Färbt die Landschaft, grün, gelb, orange, wolkig.
Eine mystische Musik klingt an mein Ohr, wie nie zuvor!
Eine Euphorie befällt mich, fantasievoll, heroisch mutig.
 
Ein schriller Schrei, aus krächzender Rabenkehle
Halt durch den Wald, düstre Verschwiegenheit
Während ich das unglaublich erlebte, erzähle,
Spüre ich in meine innersten, eine diffuse Verlorenheit.
 
Welch eine bizarre Nacht! Der Verlorenen, zurückgekehrten
Dämonen, denn Untoten und Geister der Vergangenheit! –
Bleibe stehen, Bär hebt den Kopf, grüßt die Ausgezehrten.
Mit einem langen, langen Heulton aus der, Ewigkeit! –
 
Intuitiv werfe ich den Kopf in den Nacken, mein Schrei, -
Gellt durch die Auen, zerschellt am Horizont in Stille. –
Ein rollendes Echo, wie Gewittergrollen, aus Wüstenei
Dann, Stille, kein Laut, die Wälder schweigen, Windstille!
 
"Komm Bär!", das Ziel ist ganz nah, lasst uns gehen!.
Rebecca wird nach den Gästen sehen, warten mag sie nicht.
Sie wird vor der großen grünen Haustür, stehen.
Ihr, weiß-golden Kleid, glitzert herrlich im Mondlicht. –
 
Die Götter der Vergangenheit sind in dieser Nacht erwacht.
Das Vergangene erinnert sich, was war! Es ist nicht vergessen!
Viel Tausend Jahre Geschichte wurde in dieser kalten Aprilnacht –
Heerscharen von Gestalten, Dichter und Denker, Prinzessen.
 
"Schau Bär!", aus den großen Fenstern scheint helles Licht.
Mein erster Blick durchs Glas erschrickt mein Leiden Herz.
Im großen Sale wogt ein Tänzerheer, gerötet jedes Gesicht.
Der Alte, mit dem breitkrempigen Hute, mit Rebecca spricht.
 
Dann holt er sie, zu der wilden und übermütigen Polka, Tanz.
Und hoppla! Hoppla heißassa, geht es juchend im Kreis.
Der Faun, - der Exhibitionist, zeigt seinen Pferdeschwanz.
Kein Weib wendet den Blick, von Stirnen, rinnt der Schweiß.
 
Ich habe genug von dieser Walpurgisnacht* gesehen.
Sodom und Gomorra, - sah ich! Und die Bibel hat doch recht!
Was ich gesehen, betrübt mich, ich kann nicht verstehen, -
Habe ich nur erträumt, oder ist alles real und echt?
 
Am nächsten Morgen: Das Herrenhaus ist abgebrannt!
Die Hände der Pianistin, vom Feuer schwer verletzt!
Rebecca! schießt es mir durch den Kopf, verehrt, bekannt,
Wird nie mehr spielen können? Rebecca! - rufe ich entsetzt!
(10.02.2020 e Storie)               *
 
 
 
 
*Der Name Walpurgisnacht leitet sich von der hl. Walburga (auch Walpurga oder Walpurgis) ab,
einer Äbtissin aus England (710–779). Der Gedenktag dieser Heiligen wurde im Mittelalter am
1. Mai gefeiert (im deutschen Regionalkalender nun am 25. Februar, ihrem Todestag).
 
 
Leserkommentare (1)
Quillt fast über von ´alten Worten´, die ich sehr mag. So gesehen bist Du ihr Hüter, Horst-
Werner. Jedenfalls hat mich dein Faible für Balladen im Speziellen ´gut bedient´ kurzum:
Ich mag, was ich las. Danke.
 
 
Ahoi Ralph Buse
 
 
 
 

 

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