Hans Witteborg

Dichterschicksal

Dichterschicksal

 

Ich rupfte manche Gänseblume

die zarten Blütenblättchen aus.

Gelange ich zu großem Ruhme?

Die Frage stand für mich ins Haus

 

Gibt große Namen in der Dichtkunst.

Reiht sich vielleicht der Meine ein,

schenkt mir die Muse ihre Gunst

oder soll es nicht so sein?

 

Ich schreib und meine das ist dichten,

doch zählt das eigene Urteil nicht

Kritiker über meine „Werke“ richten

und letztlich auch des Lesers Sicht!

 

Die Leser? Warum sollten die mich kennen?

Kein Lektor las mir jemals Korrektur,

könnte auch keinen Titel nennen,

für mich allein schrieb ich das alles nur.

 

Ich bin und bleib ein armseliger Poet,

der sich vergebelich seinen Kopf zerbricht.

Die Feder glüht von früh bis spät,

doch reicht es der Erato* nicht

 

* Muse der Dichtkunst

 

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Buch von Hans Witteborg:

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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