Liselotte Brand-Cerny

Der Träumer 24.02.2020

Es war seit jeher sein Bestreben,
das beste aller Leben zu leben.
Doch hat er immer nur geträumt
und so sein echtes Leben versäumt.

Er hatte die Gabe, seine Träume zu machen.
Und konnte, wann immer er wollte, erwachen.
Er vermisste nichts in seinem Leben.
Er hatte die Träume. Sie konnten ihm geben,
was immer er wünschte. Und er fand zurück
zu schon geträumtem - das nannte er Glück.

Er hat auch oft ans Sterben gedacht,
es hätte ihm nichts ausgemacht.
Er glaubte daran dann nur noch zu träumen,
müsse keine Zeit mit Wachsein versäumen.
Woher er diese Überzeugung nur nahm?
Kann sein, dass sie aus seinen Träumen kam.

Doch eines Tages, wie das Schicksal so will,
kam, wie eine Fee, eine Frau ins Spiel.
Er begegnete ihr in einem Lift,
wo man selten Interessantes trifft.
Er starrte sie an, war fasziniert,
Sie starrte zurück, leicht irritiert.
Ihr gefiel zwar was sie da so sah
Doch schien er ihr ein wenig zu nah.

Aber - er hatte keinen Schritt getan.
Er stand nur da und sah sie an.
Sie war die Frau aus seinen Träumen.
Er sollte nun wirklich nicht versäumen,
sie anzusprechen, Komplimente zu machen.
Er dachte aber, sie würde nur lachen.
So sagte er nichts. Sie stiegen dann aus,
Gingen zur Türe, verliessen das Haus.
Sie ging nach links und fühlte Bedauern,
Er ging nach rechts ohne zu trauern.
Er hat sich zu weit von der Realität entfernt
Und nichts aus dieser Begegnung gelernt.

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