Maleen Helmling

Vergänglichkeit

Ich sehe dein Lächeln,
deine funkelnden Augen.
Ich sehe deine Liebe,
und will sie dir Rauben.

Ich höre deine Stimme,
dein Lachen laut und klar.
Ich höre dein Atem
und bin vollkommen starr.

Ich will nach dir greifen,
dich halten nah bei mir.
Doch sobald ich dich finde,
verlässt du mich hier.

Das Lächeln verschwindet.
Die Augen sind tot.
Stille kehrt ein.
Das Meer färbt sich rot.

Ich erwache im Dunkeln, 
mit klopfendem Herz,
mit zitternden Gliedern
und dann kommt der Schmerz.

Ich fass' meine Brust,
um das rasen zu trimmen.
Schön ist der Schmerz,
es zerreißt mich von Innen.

Es ist schwer dich zu blicken, 
jeden Tag wieder,
dabei weiß ich genau,
die Krankheit machte dich nieder.

Du vergaßt, wer du warst,
wie man sitzt und wie man isst.
Du vergaßt wie man lebte.
Du vergaßt, dass du vergisst.

Es ist schwer dich zu blicken,
deine Augen sind leer,
die Worte verloren,
und du siehst mich nicht mehr.

Ich hab Angst so alleine,
ohne diesen Mensch,
der alles an mir,
in- und auswendig kennt.

Meine Haut weint rote Tränen,
tausend Risse hat mein Herz.
Ich bin so verloren,
gefangen in Kälte und Schmerz.

Nun liegst du dort,
völlig ruhig und ganz stumm.
Ich fang an zu beten,
doch keiner sagt mir 'Warum'.

Dein Körper ist gezeichnet,
deine Haut kalt und aschfahl,
dein Gesicht eingefallen
und auf dem Kopf langsam kahl.

Du siehst aus wie damals
und bist doch ein andrer' Mann.
Die Zeit zerstört vieles, 
was das Leben nicht kann.

Doch auch wenn du bald,
zerfällst in kaltem Staub.
Ich halte dich Ewig bei mir,
leise fällt das erste Laub.

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