Brigitte Waldner

Zum Tag der Frau 2020


Wurde man als Mädchen groß,
musste man das Haus gestalten,
Haushalt machen, dienen bloß,
und beruflich sich entfalten.

Unterordnen war normal,
sich Bedingungen zu fügen,
manches war doch eine Qual,
selten gab es ein Vergnügen.

Wenig sah man von der Welt,
ewig war man zwischen Mauern,
was den Männern gut gefällt,
ist für Frauen zu bedauern.

Wer die Frauen unterdrückt,
sind seit jeher meistens Herren,
was Jahrtausende schon glückt,
da sich Frauen selten wehren.

Man erfand den Tag der Frau,
um sich schützend zu erweisen,
gleichgestellt dem Mann, vertrau,
Mehrbelastung soll das heißen.

Man wischt ihr die Augen aus,
immer mehr wird sie belastet.
Freizeit für sie kommt nicht raus:
Seht, wie sie durchs Leben hastet!

Vieles dreht sich um das Geld.
Die moderne Frau von morgen,
die der Mann nicht mehr erhält,
muss nun selber für sich sorgen,

während sie den Haushalt schafft,
Kinder unterm Herzen brütet,
Geld verdient als Arbeitskraft,
Steuern zahlt und Liebe bietet.

Das Private kommt zu kurz,
Kinder, Freizeit und das Leben,
eine Ehe kommt zu Sturz,
Aufgabe der Frau ist Geben.

Jedes Jahr am achten März
wird der Tag der Frau begangen,
und die ganze Welt erfährt’s,
Freizeit kann sie nicht erlangen.

© Brigitte Waldner

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