Liselotte Brand-Cerny

Neue Lebensfreude 09.03.2020

Ein Rentner, er hiess Karl Hagen,
kam mit sich selber nicht zurecht.
Er fühlte sich an manchen Tagen,
als ginge es ihm furchtbar schlecht.

Als Hildi ihn verlassen musste,
konnt er die Welt nicht mehr verstehn.
Er trauerte. Und doch, er wusste,
das Leben würde weitergehn.

Später:

Er ging in seinem Wohnquartier,
zum Spielplatz hin und wieder.
Lachen und Trubel fand er hier,
Er liess sich da oft nieder.

Die Kinder akzeptierten ihn wesentlich schneller,
als Mütter und Grosi's es taten.
Nun war seine Welt schon ein wenig heller
und - er hatte gelernt zu warten.

Noch ein wenig später:

Ging etwas verloren, so half er es suchen,
weinte ein Kleines, so tröstete er.
Dann plötzlich brachten die Mütter ihm Kuchen,
und Grosi's kamen mit Kaffee daher.

Manchmal bat ihn eine der Frauen,
ihr Kind zu hüten, sie müsse kurz fort.
Er war eine Ehre für ihn, zu schauen,
dass nichts passierte. Drauf gab er sein Wort.

Jetzt wusste er, dass er dazu gehörte,
dass er ein Teil von ihnen war,
dass sich niemand mehr an ihm störte,
dass man ihn mochte, ganz und gar.

Oft erzählte er ihnen Geschichten,
sogar die Mütter hörten zu.
Und da er die Gabe hatte zu dichten,
erfand er neue Geschichten im Nu.

So hat er gefunden ein neues Glück,
er nahm es dankbar entgegen.
Denn für seines Lebens letztes Stück,
war es ein wahrer Segen.

Einige Jahre später:

Krank war er nun, doch selten allein,
er hatte Besuch, der Andrang war gross.
Und fast all "seine Kleinen" fanden sich ein,
als er für immer die Augen schloss.

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