Hans-Jürgen Graf

Das Beinhaus

Das Beinhaus
Einlass gibt eine schmale Pforte.
Begleitet von Schatten trittst du ein.
Kälte ergreift dein Gebein.
Wünscht' dich an anderem Orte.

Schatten greifen nach allem drin. 
​​​​Menschen, Knochen oder Stein.
Überall starret dunkler Schein.
Langsam verlässt dich dein Sinn.

Luna erstrahlt in dunklem Gewand.
Die Schatten, sie greifen nach dir!
Wabern bedrohlich hier. 
Mutiges Ego verschwand.

Fahles Weiß grinst aus grauer Ecke.
Bleiche Finger fassen dich an.
Frisst dich nun doch der Wahn?
Ist's der Ort an dem man verrecke?

Dunkelheit ist die Herrin der Nacht.
Durchbrochen von kaltem Weiß.
Plötzlich, auf Herrin's Geheiß,
sammelt sich ihre Dienerschaft.

Von links eilen Beine.
Von rechts Arm und Hand.
Von vorne die Köpfe an der Wand.
Von hinten der Rest sich mit ihnen vereine.

Die Gebeine, sie tanzen.
Ihre Köpfe, sie grinsen.
Letzter Mut geht in die Binsen.
Hinzu eilt ein Heer von Wanzen.

Die Gesellschaft des Horrors, sie nähert sich dir.
Dein von Angst geschüttelter Körper erschlafft.
Lässt fahren jegliche Kraft.
Besitz deines Körpers ergreift das Getier.

Die aschfahlen Hände, sie halten dich fest.
Das Heer erklimmt den Körper dein.
Das Krabbeln lässt Ekel setzen ein.
Die Bisse der Wanzen geben den Rest.

Du kannst nicht mehr und schreist laut hinaus. Während Wanzen kriechen über dein Kinn.
Vollkommen kraftlos gibst du dich hin.
Schließt die Augen, ergibst dich dem Graus.

Welch liebliche Melodie dringt ans Ohr?
So weich und so ruhig und zart.
Von seltsam beruhigender Art.
Ein wunderbarer, melodischer Chor.

Plötzlich, ein Schrillen reißt dich heraus.
Deine Augen reizt helles Licht.
Ist es der Tod oder ist er es nicht?
Du erwachst im eigenen Haus.
(aus 2015)

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