Kayla Van der Meer

Hoffnungsbitte

Hoffnungsbitte

(25.03.2020)

 

Wenn ich raus zum Fenster spähe

Und feurige Sehnsucht mich verzehrt,

Wo ich an Bäumen kein Blatt mehr sehe,

Hat es die Tränenflut längst gemehrt.

Wenn Träume schmelzen auf der Haut,

In der Hitze des Atems, im Gefecht,

Hat sich ein Schrei gar Schweigen anvertraut

Und mit Bitterkeit gerächt.

 

Die Wangen sind fahl, ich spüre Kälte

Sie sitzt wie Frost am Fensterglas,

Kein Funken im Augenmatt je grellte,

Dann seh ich Eiskristalle, aufdaß

Keine Träne heute den Glanz bereute

Hinterm Wolkenfeld, dicht und fern

Für mein junges Herz, ach Freude

Findet einen Hoffnungsstern.

 

Und wenn ich seufze, mich bekehre

Aus Glauben, Trost, Schicksalsgewand.

Meine Seele liest die alte Lehre

Aus einer heilsam warmen Mutterhand.

Und Tod, der das Leben nicht liebt;

Und Elend, Kinderherzen bricht,

Der Mond sich schwerer doch verschiebt,

Nur mit Schimären wüst besticht!

 

Hör mich Himmel! Hör die Mädchenlippen,

Obwohl ich unter Schatten darliege.

Minderer als Luft hinter den Rippen

Und die Zunge zum Knoten verbiege.

Wo ich Bitternis statt Süße immer sah,

Wo Atem entweicht und Wolken fliegen,

Auf Erden schon lauert das Monster nah,

Die Zeit wird am Ende alle kriegen!

 

Wenn je unselig Hoffnung ist zu fühlen,

Zu einer Macht, der Sterblichkeit entfernt,

So schick mir Einsicht die Stirn zu kühlen,

Das Fieber, das aus Träumen lernt.

Der März läßt mich heiß aufstöhnen,

Des Nachts hauche ich in ferner Ruh,

Dem Dasein Abschied und den schönen

Engeln, meinen Namen friedvoll zu!

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