Kayla Van der Meer

An meine Sappho im Nebel

An meine Sappho im Nebel

(26.03.2020)

 

Die Brust sticht mir, schlafloses Rasten,

Als bricht der Mond, die Scherben reiben,

An der Haut, betäuben mit Sorgenlasten

Wo sie wunde Träume schneiden.

Nicht verdrängen, verlegen blickt das Gesicht

Zum Fenster, dessen Ferne ist nah.

Zwei Lippen aus einem Munde spricht,

Frühling, Sommer Herbst und Winterwahr.

 

Mach neidlos mich, laß mich lieb, adrett

Aussehen, selbst wenn ich leise huste.

Zur Ligeia werde ich, ewiglich am Spinett

Einem tragisch schönen Verluste.

Der Frohsinn keimt im toten Graben,

Die Sonne hüllt in Schatten sich,

So nimm träumend-fahle Gaben

Im Wunderland, so wunderlich!

 

Der Kopf tut weh und schläfrig brechen

Wimpern, Lider, mein Lächeln sacht.

Selbst Worte, die im kühnen sprechen

Sind fürs Schweigen nur gemacht.

Keine Venus in der Muschel, nur Leere,

Selbst mein Haupt ist blütenlos gesäumt.

Und die Sirene, fernab der Meere,

Die mit bitteren Träumen schäumt.

 

Da ist Sehnen und Tränen befeuchten

Das Bild des Glücks wie Früchte gereift,    

Und was ich sehe bringt mir Augenleuchten

Auf daß mein Herz es auch begreift.

Im Windspiel dessen Melodie will klingen,

Seufzen, lang und schwer, so unermessen.

Muß der Schwur weicher Engelsschwingen

Ertragen das Verzagen und Vergessen.

 

Die Wiese sprießt, doch nicht das Hoffen

Selbst süß genug zu sein für die Fee.

Ach Zuckerfee, dich hab ich nie getroffen

Kein Duft, kein Blick, nur Tassen Bittertee.

 

Sappho! Balsam, wir auf Blätterbetten,

Ein Traum aus Rosen, aus Lilienglühn,

Nur der Samt reiner Lippen kann erretten

Die Knospe im Herzen, um schön zu blühn.

 

Mein Blinzeln will dich erhaben umwerben,

Um ewig zu leben und nie zu sterben!

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