Liselotte Brand-Cerny

Das kleine Wörtchen NICHT 26.03.2020

Es ist ein unscheinbares Wort,
hat trotzdem viel Gewicht.
Es wird gebraucht in einem fort,
das kleine Wörtchen NICHT.

Kaum ist der Kleine auf der Welt,
da ruft ihn schon die Pflicht.
Bevor man noch ihn richtig hält,
heisst es schon: er schreit ja nicht!

Und schreit er dann in höchsten Tönen,
dass fast das Wasserglas zerbricht,
da hört man sie dann nur noch stöhnen:
oh Himmel, warum schweigt er nicht?

Der Kleine ist ein schlauer Junge,
will überall stets freie Sicht,
sonst schreit er laut aus voller Lunge:
warum beachtet man mich nicht?

Immer kommen Onkels, Tanten,
um zu sehen den kleinen Wicht.
Doch sie nerven, die Verwandten
und er sähe sie lieber nicht!

Er beginnt nun selbst zu essen,
ist gar sehr darauf erpicht.
Doch er will Delikatessen,
sonst heisst es klar: das schmeckt mir nicht!

Die Zeit vergeht, er kann nun laufen,
es ist die Zeit, wo viel zerbricht.
Mutter weint oft über Scherbenhaufen,
doch er meint, das war ich nicht!

Und so geht sein Leben weiter,
das gar vieles im verspricht.
Doch er ist ganz selten heiter,
nein, das gibt es bei ihm nicht!

Er macht grosse Karriere,
ist was Hohes im Gericht.
Er weiss es, dass perfekt er wäre –
aber glücklich ist er nicht!

Plötzlich sieht er alles entgleiten,
als sein Inneres zu ihm spricht:
Du hattest viele Möglichkeiten,
doch genutzt hast du sie nicht!

Du hast das bedeutungsvolle,
unscheinbare Wörtchen NICHT,
zugeordnet deiner Rolle,
gabst ihm viel zu viel Gewicht.

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