Halbheit Elegien III








Halbheit III (Elegien)
Manfred H. Freude
Es gibt doch immer wieder Menschen die leben wollen
die leben wollen in dieser so verlebten Zeit
die selbst nicht wissen wo am schönsten ist das Leben
und so versuchen sie mal hier mal da sich vom Leben
ein kleines Stückchen abzubrechen bis es ihnen schlecht
Ich weiß ein gutes Haus ein gutes Haus worin sich leben lässt
wo immer nur die Sonne scheint und Brot und Wein genug
Wo man erträgt das Leben und das Sterben jederzeit
da ist es wohl und warm zu sein und gut im Schlaf
ach ist der Frieden schön und lang und weit
und können uns so manche Schnitzer leisten
die wir uns selber heut gewählt und warten noch
eh wir mit Saus und Braus zum Teufel jagen
Ach haben wir doch heute für ein Glück
können frei die Brücke wählen unter der wir schlafen wollen
so tief im Herzen noch vergraben ist das Blut
das es uns freudig bis zum Halse hüpft und springt
Wie breit wird dann der Hals wenn sich die Magensäfte
die sich unten nicht mehr halten auch noch finden im Hals
und singen wir doch mal ein fröhlich Lied was soll’s
Die bescheidene Welt kann uns den Buckel rutschen
wir haben sie doch selbst gewählt so wie sie ist
und die Philister sterben nicht und haben auch noch viel zu tun
wir aber die uns zu den Guten zählen sind uns genug
wir brauchen nichts mehr als uns selber, Bier und Wein
und wenn dann ab und zu die richtige Sonne scheint
dann ist das mehr als wir vom Leben je erwartet
wenn wir den Tag auch nur bestehen in Müh und Plag
und auch die Nacht in einem schäbigen Bett
wie können wir dann sprechen von gerecht auf dieser Welt
sind wir doch alle Knechte groß und klein
und malen uns ein schönes Bild vom Leben
so fein das wir`s in einen Rahmen geben und zeigen
wer hat das Bild noch nicht gesehen wie gut uns geht
und tanzen wir am Platz nach ein paar Flaschen Wein
dann wollen wir schon weiterleben hundert Jahr
bis wir am anderen Tag mit dickem Schädel
am liebsten sterben wollen gleich sofort hier auf der Stell
ach sind wir alle doch ein närrisch Mensch.

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FREUDE - Das dichterische Werk 2002 - 2006. Freude beim Lesen von Manfred H. Freude



Gedichte Edition. Manfred H. Freude, geboren in Aachen, lebt und arbeitet in Aachen. Erste Gedichte 1968. Er debütierte 2005 mit seinem Gedichtband: Alles Gedichte – Keine Genichte. Weitere Gedichte und Essays in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften; Prosa und Lyrik im Rundfunk und in weiteren sechs Gedichtbänden. 2007 wurde eines seiner Dramen mit dem Titel: Im Spiegel der Ideale aufgeführt; 2008 sein Vorspiel zum Theaterstück: Faust-Arbeitswelten. Sein letzter Gedichtband heißt: Vom Hörensagen und Draufsätzen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Er studiert an der RWTH Aachen Literatur, Kunst und Philosophie.

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