Wolfgang Scholmanns

Liebesleid

Es kam einst ein braver Wandersmann,
in ein fernes Städtchen gezogen.
Eine Geschichte, die man noch heut´ erzählt,
von der Liebe, die ihn bis zum Tod gequält,
und ihn bald schon belacht und betrogen.

Ein Mädchen, so zart wie der Morgentau,
mit wallendem Haar wie aus Golde,
ihre Augen so schön, wie des Himmels Blau,
trug sie Anmut und Schönheit kokett zur Schau,
dass die Männerwelt ihr nur sei holde.

Bald schon spürte sein Herz ihren sanften Blick,
wo die Liebe erweckte ein Feuer,
dass er freudig die Wanderlust vergaß,
die ihm einst war des Lebens schönster Spaß,
nichts war ihm, so wie sie, lieb und teuer.

Ja, er wollt` es versuchen, ein neues Glück,
sah die Lippen voll himmlischer Süße.
Die Verführung umschllang ihn bald Stück um Stück,
und die Nacht machte klar, es gibt kein zurück,
kein Gedanke, dass er sie verließe.

Und es war so, als sei ihm der Himmel nah,
wenn sie in seinen Armen erwachte,
wusste nicht was um ihn herum geschah,
und man über ihn nun schon ein ganzes Jahr,
nur noch mitleidig sprach und auch lachte.

Es war zu der dämmernden Abenstund,
und sie kamen um ihm zu berichten.
Lange saßen sie an des Tisches Rund,
taten ihm vom Vergehen der Liebsten kund,
er zerbrach an den Liebesgeschichten.

Man fand ihn, am nächsten Morgen schon,
auf dem Dorfplatz an baumelndem Stricke.
Das also war nun der Liebe Lohn,
die ihn einst setzte auf des Glückes Thron,
und ihn täuschte mit sanftwarmen Blicke.

 

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