Robert Müller

Sehnsucht

Ich suchte nach etwas Geborgenheit
und glaubte zu meinem Entzücken,
sie liege im riesigen Bergmassiv oben.
Da drohte dies, mich zu erdrücken.

Zum Glück sandte mir dann der siebente Himmel
ein Brieflein und liebliche Grüsse.
Fast alles war damit oben, nur eines, das fehlte:
der sichere Boden! 
Für unter die Füsse.

So stieg ich zurück und fand diese Frau.
Sie sagte, sie hiesse Sehn Sucht.
Sie schaute mich an, mit feurigem Blick.
Verängstigt ergriff ich die Flucht.

Sie rief meinem Herzen, sie rief meiner Seele.
Sie lockte mit Singen, sie lockte mit Lachen.
"Ich bin deine Liebe, ich bin doch dein Glück.
Was willst Du denn ohne mich machen?"

Ich schaute mich um, da war sie veschwunden.
Und nur aus der Ferne, da hört ich ihr Lachen.
Ich warf alles hin, begann sie zu suchen.
Was sollt' ich denn ohne sie machen?

Doch wo ich auch hinkam, ich kam stets zu spät.
Da war sie schon weiter gegangen.
Ich eilte ihr nach, mein Atem ging schnell.
Ihr Lachen, das hielt mich gefangen.

Die Jahre vergingen, der Herbst kam, der Winter.
Die Suche nach ihr blieb mein Sinn.
In meiner Erinnerung hör' ich ihr Lachen.
Mein Leben ist längstens dahin.

Renate gewidmet. Sie trug wesentlich dazu bei, dass
ich zu glauben begann, mit meinen Themen einen
Platz hier gefunden zu haben.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Mit dem Schreiben und Dichten, ist das so eine Sache.So war ich oft der Meinung, nur lyrisch Schreiben zu können, falls ich mich in einem annähernd, seelischen Gleichgewicht befände, erkannte aber bald die Unrichtigkeit dieser Hypothese.Wichtig allein, war der Mut des Eintauchens.Das Eins werden mit dem kollektiven Fluss des Ganzen. Meine Gedanken, zärtlich zu Papier gebrachten Gefühle,schöpfte ich stets aus diesem Fluss.

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